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Zusammenbruch des Alten - Empörung der Jugend.

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Hell erschien ihnen die Zukunft, schildert 64 Elly Bommersheim die Stimmung, um dann anzufügen: Vorher sprachen noch Gustav Wyneken und Richard Avenarius. Doch wir sollten nicht vergessen, dass er in der Frage des Nationalismus , der Rassenideologie , Beurteilung der Kriegsgefahr und Kritik am repetiven Lerncharakter der Schule recht behalten hat. Schlimmer noch fürchteten sie seine Gefährten, über die das Vorarlberger Volksblatt aus Bregenz ermittelte Man verdächtigte ihn der Revolution, weshalb die Polizeidirektion seinen Auftritt verbot.

Geht nicht durch unser Volk ein tiefer Querriss, und ist wirklich die Freiheit des deutschen Volks schon zur vollen Wirklichkeit geworden? In eurem Kreise kann ich gewiss nicht lügen. Und es ist mir auch unmöglich, im Zeitraum weniger Minuten einmal demjenigen zuzujubeln, der ruft: Die Waffen hoch , und der euch zum Waffengange mit einem Nachbarvolk anspornen will, und dann gleich darauf zu singen: Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt.

Möge nie der Tag erscheinen, wo des Krieges Horden sie durchtoben. Als ganz und gar nicht glücklich, monierte am Die Zeitung begrüsste, wie übrigens auch die Mehrzahl der Teilnehmer, dass nicht Gustav Wyneken als Festleiter , sondern. Ferdinand Avenarius ,. Leiter des Dürerbundes und Herausgeber der im Bildungsbürgertum viel gelesenen Zeitschrift Kunstwart , die Abschlussrede hielt. Der liebenswürdige und von schalkhaften Humor durchwehte, wie ihn Zeitgenossen beschrieben, warf die Frage auf: Könnten unsere "bombenfeste Überzeugungen" nicht wacklig werden?

Der "unerschrockene Vorkämpfer für Wahrhaftigkeit", wie ihn Gustav Wyneken nennt, bedauert, dass die sozialistische Arbeiterjugend, Pfadfinder und Deutschlandbünde nicht teilnehmen wollten.

Das Bayerische Zentrum hat uns im Landtag verleumdet. Februar eine Aufklärungsversammlung in die Tonhalle von München. Die anwesenden Vertreter der Jugendverbände und -gruppen erklären ihre Solidarität mit den Freideutschen.

Helmut Gollwitzer lenkte als Festredner die Aufmerksamkeit darauf, dass das Jugendleben dann im Massengrab stattfand, zweimal hintereinander, mit Hinopferung bester Auslese deutscher Jugend. Muss man das noch Fragen? Erfolg, Aufstieg und Karriere als das Höchste, was man erlangen konnte, Ziel und Endpunkt bürgerlicher Lebensgestaltung. Meinte Gustav Wyneken das etwa mit "heroischen Lebenslauf"? Beschränkte sich die Meissner-Formel zu stark auf die innere Freiheit und moralischen Normative, ohne nach den materiell- ökonomischen Voraussetzungen dafür zu fragen?

Standen die Meissner-Fahrer dem Fortgang der Geschichte ohnmächtig gegenüber? Wo blieben die besungenen Ideale? Wer kämpfte für die moralischen Werte der Meissner-Formel? Die Torheiten der Jugend sind dahin, die Ideale halbvergessen, nur hier und da summt noch ein altes Wanderlied durch den Kopf Er hat über eine Jugend, die eine Welt stürmen wollte, was löblich, und die nicht die Atmosphäre auch nur eines Landratsbureaus hat ändern können, was weniger löblich ist.

Verrauscht die schönen Reden, gedruckt und gelesen die schönen Zeitschriftenartikel, zerplatzt die Diskussionen Bisher liess sich der Wandervogel, hebt er hervor , kaum vom Klassen-, Parteien- oder Konfessionshass anstecken.

Doch es war auf dem Meissner mit Sorge zu sehen, dass jetzt der verworrene Begriff der Rassenhygiene in die Jugendorganisationen drängt. Denn ein Tropfen dieses Geistes genügt, was von reinem Bestreben bisher in ihr lebendig ist, zu verfälschen und zu verderben. E inige Redner klopften nationalistische Phrasen, was dem Vorsatz, dass Leben nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung zu führen , zuwiderlief. Wahrheit, Gewissensfreiheit, Freiheit der Forschung - das alles wird ohne jedes Bedenken mit der nationalen Phrase zertrümmert.

Natürlich hemmte der Nationalismus die politische Emanzipation der Jugend, zumal jener nicht viel mehr zu bieten, als die Anbetung eines über den sozialen Klassen stehenden Patriotismus im Dienste des Krieges. Das wollen wir getrost den Berufenen überlassen. Wir wollen nicht unbescheiden sein. Wir wollen nur tun, was unsere Pflicht ist: Vor allem vom Standpunkt der Arbeiterjugend, die am Jugend-Treffen und der vorbereitenden Beratung in Jena nicht teilnahm.

Es ist nicht unrealistisch anzunehmen, dass sie voraus sah, was die Abstinenz-Bewegung für sie bedeutete, nämlich die Zerschlagung ihrer Alltagskultur. Und das, obwohl zumindest ein Teil der Arbeiterjugend den Alkoholmissbrauch verabscheute. Abgesehen von der Kulturrevolution, war die politische Verständigung zwischen bürgerlicher und proletarischer Jugend ohnehin schwierig genug.

Ausserdem lebte sie in deutlich schlechteren, sogar in erbärmlichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Da blieb oft verdammt wenig Spielraum für politische und soziale Aktivitäten. Aber noch ist die Zeit dafür nicht gekommen, mit hineinzuspringen in dieses Feuer. Auch nicht schlimm - oder? Von Lüdenscheid reiste Muck wahrscheinlich nach Leipzig. Dreizehn Länder zeigen vom 6. Sie boten oft Saisonarbeitsplätze und Aushilfstätigkeiten an. Vielleicht hoffte Muck, hier wenigstens vorübergehend eine Arbeit zu finden.

Hier wirkte Erich Matthes als Verleger. Der Wortführer des bewussten Deutschtums gewährt Muck Unterkunft. Die Legende der Jugendbewegung war einst Mitglied in der Germania , dem Abstinentenbund an deutschen Schulen, und seit beim Wandervogel e.

Es sammelte "Alte deutsche Volksballaden" und brachte sie bei F. Hofmeister in Leipzig als Buch heraus. Von Pflicht und Recht des adligen Lebens. Auf der Bugra liess er ein Wandervogelhaus errichten, das zum Treffpunkt der Freideutschen wurde.

Der Verleger lehnte ab, weil er ihm zu "schmierig" ankam, "man hätte ihn erstmal ordentlich anziehen müssen", teilt er Hans Wolf mit. Erster Deutscher Vortrupp-Tag in Leipzig vom 3. Dabei entdeckten sie sich als Freideutsche Jugend.

Vornan dabei die Vortrupp- Bewegung aus Leipzig. Aber dann, auf dem ersten Vertretertag der Freideutschen am 7. Anlass waren Differenzen zur Tat-Philosophie und Erziehungsgemeinschaft , die bereits auf dem Meissner sichtbar. In Ansehung der lebensreformerischen Gemeinsamkeiten, alle gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend Alkohol- und Nikotinfrei durchzuführen, legen sie den Zwist bei. Aber sie streiten weiter über die Erziehungsgemeinschaft.

Auf dem Vortrupp-Tag im Juni in Leipzig wollen zu mindestens einige ihre Zugehörigkeit zur Freideutschen Jugend demonstrativ aufgeben. Sie reiben sich heftig an Bruno Lemke , 4 , der den Einfluss der nationalen Erziehung zurückdrängen will und im März in Marburg viele mit dem Satz irritierte: Sie ist in einem gewissen Sinne ziellos".

Das entspricht nicht seinen Vorstellungen von Führung , die von der Masse-Elite-Theorie geprägt sind. Hermann Popert erweiterte den Begriff der politischen Führung um das voluntaristische Modul, "dass Wille zehnmal mehr wert ist, als Wissen". Die damit verbundene Verselbständigung des Ichs gegenüber den Tatsachen zeitigt historisch betrachtet verheerende Auswirkungen. Nun betritt Friedrich Muck-Lamberty dieses politisch-ideologische Minenfeld.

Offensichtlich ist hier seine völkische Ausrichtung: Er las von Wilhelm Schwaner über Poperts Helmut Harringa bis zu Paul de Lagarde die deutsch-völkische Literatur und bekannte sich unter deren Einfluss zu einem völkischen Glauben, einer germanischen Religion, die vielleicht auch schon Rassezuchtgedanken enthielt. Mehrere hundert Vertreter aus ganz Deutschland reisen an, um gemeinsam zu debattieren, wie sie eine Tat-Jugend mit echter Vaterlandsliebe und echtem Pflichtgefühl heranziehen können, die gegen Untreue und Waschlappigkeit kämpft.

Der Vortrupp verachtet die Stubenkultur , kritisiert die Wohnungsnot und den Alkoholismus, verficht den Grundsatz mens sana in corpore sano ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Anders gesagt, der Vortrupp möchte, und das war durchaus anschlussfähig zu anderen Reformbewegungen, die körperliche und geistige Ertüchtigung der Jugend. Ihre Jugend zieht es zum Treffen auf den Hohen Meissner. Hermann Popert in seinem Festvortrag, dass der Vortrupp dem "neu erwachten Idealismus unseres Volkes" dient.

Er soll "Etwas schaffen, was oben bleibt! In der Plenartagung wird dann ein Telegramm von Mucks Freund Georg Peters verlesen, der vorschlägt, dass sich der Vortrupp an der Germanenbank beteiligt. Am zweiten Verhandlungstag 5. Juni ziehen die Teilnehmer in den Kongress-Saal der Bugra um. Glaub an die Sache, der du dienst. Nicht ohne etwas Stolz spricht er davon, dass Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten eine beispiellose wirtschaftliche Entwicklung durchlief.

Aber sie nahm auch, so der Kapitänleutnant in Ruhe, dem Kulturmenschen in der Steinwüste der Grossstadt Licht und Kraft, zerstörte die Religion und verfälschte den Geschmack. Überall wandeln frühe Todeskandidaten, unzählige Menschen mit "schlechtem Blut", verödeten Seelen, vom Mammon verführte und aufgeschwemmte Missgestalten umher.

Es geht ihm nicht gut. Die Sache Eklöh in Lüdenscheid war für ihn nicht gut ausgegangen. Und Matthes konnte nicht helfen. Er scheint, ziemlich ausgebrannt zu sein. In Leipzig wäre jetzt Gelegenheit, ja, für was nun genau?

Um mit Hans Paasche abzurechnen, mit dem er, wie noch mitzuteilen ist, quer liegt? Will er gar den Vortrupp umkrempeln? Was will Friedrich Muck-Lamberty hier? Allgemein ist der Vortrupp nicht gut auf Muck zu sprechen.

Über seinen Auftritt in Leipzig erzählt das Protokoll Folgendes: Lamberty meldet sich zu Wort; Franziskus Hähnel, der die Versammlung leitet, hat Bedenken ihm das Wort zu erteilen, da Lamberty weder Mitglied des Deutschen Vortruppbundes ist, noch sonst mit dem Vortrupp irgendetwas zu tun hat.

Popert bittet aber, dem Lamberty das Wort zu geben, da sich Lamberty vor einigen Tagen gegenüber einem Mitglied der Versammlung dahin geäussert habe, er wolle nach Leipzig kommen, um ordentlich gegen Paasche loszugehen und dann einen neuen Vortrupp zu gründen; es sei ganz gut, wenn man Leute dieser Art einmal herauskommen lasse, was sie eigentlich vorzubringen hätten.

Die Versammlung ist einverstanden, dass Lamberty das Wort erhält. Lamberty der ja erst soeben erschienen ist und von dem bisherigen Verlaufe der Wechselrede offenbar gar nichts weiss erklärt, reden könne er nicht, was er zu sagen habe, habe er in einem Briefe an Herrn Paasche zusammengefasst, den er jetzt vorlesen wolle.

Das wird ihm gestattet. Hans Paasche stellt darauf hin folgendes fest: Zum Danke dafür veranstaltete dann Lamberty auf Jugendtagungen in Westdeutschland und anderswo Treibereien gegen Paasche und gegen den Vortrupp. Hans Paasche stellt weiter fest, dass Lamberty in einer Gebrauchsmusterschutz-Angelegenheit eine Rolle gespielt hat, die Herrn Paasche sehr missfallen hat. Hans Paasche legt weiter einen Brief vor, aus dem hervorgeht, dass Lamberty versucht hat, bei Hans Paasche Treibereien gegen Hermann Popert zu veranstalten.

Schliesslich erklärt der anwesende Pfarrer Bruns aus Strassburg, nach dem, was man über Lamberty gehört hat, müsse entweder Lamberty den Saal verlassen, oder die anderen Anwesenden müssten ihm deutlicher zu verstehen geben, dass sie nicht mit ihm zusammen zu sein wünschten.

Die Versammlung stimmt dem zu, und Lamberty verlässt den Saal. Es kommt zum Eklat. Der Vortrupp Leipzig bezieht Kampfstellung. Juni an Hans Paasche gerichtet hat, nachdem dieser ihm das Verhalten des Lamberty auf den Vortrupptage dargelegt hat. Im Zwist mit den geborenen Siegern. Juni die Konvention zur Selbstdarstellung der Vortrupp -Mitglieder. Da kann Muck nicht mit. Wie ein geborener Sieger , so schaut er jetzt und hier bestimmt nicht aus. Trotzdem versucht der Aussteiger sich kritisch einzubringen.

Doch ihm gelingt es nicht, etwa zur Debatte um die Definition der Erziehungsgemeinschaft oder zum Selbstverständnis des Vortrupps einzugreifen. Er durchlebt, was Gustav Wyneken in Was ist Jugendkultur?

Der Vortrupp ist hier ganz anderer Ansicht, wie Hermann Popert am 5. Juni in seiner Eröffnungsrede durchblicken lässt: Im Wandervogel übernahmen die Lehrer eine privilegierte Stellung.

Beim Vortrupp scheint dies in einem noch viel stärkeren Masse der Fall zu sein. Muck will das nicht verstehen. Ebenso die Organisation des Vortrupps , der ein "zusammenfassendes Organ" der Reformbewegung Popert anstrebt.

Dazu nimmt der Vortrupp eine skeptische bis ablehnende Haltung ein, weil er an die ubiquitäre Kraft der Jugendbewegung, die "oft nur entsprungen aus bodenhafter Unkenntnis der Kraft der entgegenstehenden Mächte", nicht glaubt. In Erziehungsfragen verhält er sich konservativ. Als Leitmotiv wählte der I. Nicht vom Elan der Jugendbewegung schwärmt der Vortrupp, umso mehr "vom festen Gesetz und festen Befehl".

So löst der Vortrupp das Problem des kollektiven Handelns und zahlt dafür den Preis der Entindividualisierung der Jugendbewegung.

Zum Ausklang des Vortrupp-Tages laden die Organisatoren am 7. Juni in das Universitätsholz ein. Bei herrlichsten Sonnenschein entfaltet sich ab Mittag unter den Buchen und Eichen eine ansprechende Geselligkeit. Natürlich immer ohne Alkohol und Tabaksduft.

Ganz "ungeniert" nimmt Muck an den Volkstänzen teil. Man will ihn wegweisen, denn Schwarmgeister wie er, sollen im Vortrupp kein Erntefeld finden Hähnel. Hans Paasche verhinderte es. Oktober meldet sich Muck "mit einer Schar Vegetarier als Freiwilliger bei der Marine und wurde der Matrosenartillerie auf Helgoland zugeteilt". Zunächst erscheinen Vorwürfe wegen Spitzeleien. Alles andere ist Mache.

Die Gegenpartei vergrössert sich allerdings und die Zahl seiner Freunde nahm ab. So sollte er die Braut eines auf der Insel befindlichen Wandervogels verführt haben Dem Exbräutigam hat er dann gedroht, er werde ihn über die Klippen ins Meer werfen.

Eine Unteroffiziersstube wurde eines Abends wegen Hochverrats verhaftet. Aber man konnte doch Niemandem etwas nachweisen; die Leute hatten sich beim Abendessen, wie das ihr gutes Recht war, über alles Mögliche unterhalten. Der Angeklagte blickt auf die Kriegsdienstzeit anders zurück. In einem öffentlichen Brief von an Admiral Scheer Weimar besteht er darauf: Es bleibt noch unbedingt festzuhalten, denn es wird manche weitere Entscheidung von ihm beeinflussen: Der Urlauber soll sich, setzt Wilhelm Siegmeyer in Umlauf, sehr bedenklich betragen haben.

Während der Sommertagung des Jungdeutschen Bundes in Lauenstein war dem Marinegarnisonspfarrer "von mehreren sehr zuverlässigen Seiten gesagt" worden, dass Muck an "mehrere Mädchen herangetreten", "um sie zu bewegen, dass sie sich ihm hingäben, er hatte vom Schicksal den Auftrag. Er nimmt an einem Wettlauf teil, verletzt sich und kommt in das Lazarett von Hannoversch Münden. Im Hauptquartier des Generalstabes. Der Krieg geht dem Ende zu. Aus Hannoversch-Münden schreibt Muck am 3.

Dezember an Leutnant Harmsen in Hirschberg Schlesien: Es waren für mich Tage der Arbeit, und konnte ich bei den besten Offizieren viel Verständnis für die jungen deutschen Bewegungen finden. Die Kontakte vermittelte vielleicht Irmgard von Gayl, die er im Lazarett kennenlernte. Über sie führt ihn der Weg vom Vier Tage später erfolgt seine Demobilisierung.

Mit dem Vater von Irmgard von Gayl, ein kommandierender General, stand er zuvor in reger Diskussion über die aktuell politische Lage. So glücklich der Admiral auf dem Flottenflaggschiff Friedrich der Grosse am Mai in der Skagerrak-Schlacht über die Engländer triumphierte, so folgenreich sollte sich sein Flottenbefehl vom Oktober zur Entscheidungsschlacht mit der Grand Fleet im Ärmelkanal auswirken.

Es habe sich gezeigt, so Ulrich Linse , , "dass der erste Diener der Flotte nicht wusste, wie es um den letzten Diener stand. Auch eine spätere Begegnung mit Philipp Scheidemann, dem Fraktionsführer der Mehrheitssozialisten, endet mit der resignierenden Feststellung, dessen lebloses Gesicht habe ihn deutlich gemacht, dass bei solchen Parteimenschen Mein Bekenntnis zu Muck-Lamberty.

Nieder mit Deutschland, es lebe England! So geschah das aus gütigem Erbarmen mit einem Menschen, den die schreckliche Untätigkeit, zu der die Matrosen verdammt waren, in eine perverse Verrücktheit der Verzweiflung versetzt hatte! Über dem Tausendsassa schwebt der Verdacht, ein Kommunist oder Linker zu sein. Seine Erfahrungen mit den Kommunisten teilt er etwas eigenwillig mit: Auf einem Flugblatt von in Jena bekennt Muck: Muck verfasst zwei aufschlussreiche Aufsätze über die Revolutionszeit.

Ausgangspunkt ist die Katastrophe des verlorenen Krieges und seine Ursachen: Die alten Pfaffen redeten "über den Geist Gottes" und das eigene Gewissen hinweg. Doch die jungen lebendigen Prediger "haben sich auf den Tag der Verjüngung [Revolution] gefreut. Niemand kann daran vorbei, auch die Kasten nicht. November weilte Muck im Hauptquartier des Generalstabes. Aus dieser Zeit ist noch der Brief an Leutnant Harmsen vom 5. Die Ursache ist der Krieg, der uns die Besten genommen hat.

Sie sind von den Ereignissen überrascht worden; fast scheints, als ob sie den Kopf verloren haben. Sie waren am Tage des Umsturzes nicht zu Stelle. Freideutsche Führertagung vom April in Jena. Marktplatz in Jena, etwa Verlag Walter Lüdke, Jena. Muck kam zu dieser Tagung nicht mit leeren Händen.

Ausserdem hinterliess die Meissner-Formel reichlich Konfliktpotential. Denn was heisst denn jetzt Freiheit und Selbstverantwortung? Darauf gaben die verschiedensten Strömungen in der Freideutschen Jugend in der Revolutionszeit unterschiedliche Antworten.

April im Volkshaus von Jena fort. Bittel schwenkt in Jena auf die von Alfred Kurella verfochtene These ein, es gelte dem Bürgertum ganz abzuschwören und sich den kämpfenden Reiche des Proletariats anzuschliessen vgl. Plötzlich, so nahm es Wilhelm Flitner wahr, gab es viele marxistische Kommunisten. Das Losungswort war Sozialismus. Es kam zu leidenschaftlichen Diskussionen, bis hin zum "geistigen Chaos" Flitner. Die Radikalen verliessen den Schäffersaal und tagten auf dem nahen Galgenberg.

Die Teilnehmer bringen durchaus konstruktive Vorschläge ein. Ein Redner äussert die Idee zur Gründung einer Jugendschule. Andere streiten konstruktiv über die Geschlechterfrage. Rosenbusch eingehend analysiert und systematisiert hat. Hohe Wellen schlägt die Diskussion um die Errichtung der Volkshochschulen. Georg Engelbert Graf lehnt die neue Institution ab, weil es ein ideologisches Projekt ist, das sich an den Bedürfnissen seiner Protagonisten, nicht aber an den Lernenden ausrichtet.

Als Beispiel nennt er die in Berlin entstandene Freie Hochschulgemeinde für Proletarier , die beabsichtigt alles zu lehren, was für Betriebsräte der Zukunft notwendig sei. Muck hält ihm entgegen: Wir müssen auch Vernunft gebrauchen und organisieren. Unser Volk braucht eine Bildung, die die Kluft zwischen dem einfachen Manne und dem Intellektuellen aufhebt. Ungeklärt bleibt das Verhältnis von Jugendbewegung und Parteien Staat. April trumpft Muck in der Diskussion auf: Möglicherweise deutet die zitierte Äusserung bereits auf die Gründung der Neuen Schar hin.

Doch liegen hierfür keine weiteren verlässlichen Nachrichten vor. So müssen wir weiterhin das Pfingstreffen in Kronach als ihren Gründungsort ansehen. Der Zug der Neuen Schar , Kronach Sozialismus oder Fahrt ins Blaue?

Als beim Bundestag der Wandervögel vom 2. August in Coburg die Wahl des Bundesvorstandes begann, hielt es Willibald Hahn "für geschmackvoll, mit einer roten Fahne, die, wie er sagte, die Glut seines Herzens darstellen sollte, auf die Bühne zu klettern und möglichst auffällig neben die Bundesleitung zu stellen.

Jungens, unsere Fahrt geht nicht ins Rote, sondern wie bisher ins Blaue. Er hat gegen alle anstehenden Zersplitterungen nach rechts und links die Grundrichtung verteidigt, die den Wandervögeln immer schon eigen war: Über die Ambivalenz, ja Gefährlichkeit einer solchen Neigung muss nicht lange geredet werden.

Wohl aber über ihr Recht und ihre potenzielle Fruchtbarkeit. Dann nämlich, wenn wir dieser Blume ihren romantischen Schleier abstreifen und sie besser und nüchterner als das benennen, wofür sie steht: Die Wandervögel folgten einer noch unbestimmten Sehnsucht, einer Sehnsucht ins Offene, ins Blaue hinein.

Kein anderer hat diesen Gang und Sprung ins Offene so vorgelebt wie jener Mann, der für Muck-Lamberty richtungweisend war: Und wenn Muck selbst, trotz aller Schwankungen, vor den Versuchungen der Parteipolitik bewahrt geblieben ist, dann dankt er es dem Beispiel seines Freundes. Auf der Suche nach dem schönen Leben: Nichtsdestotrotz auch mit Sorge, erschien ihm doch die Bewegung zuweilen zu romantisch und zu idealistisch, worin man etwas Unberechenbares wähnte.

Sie will verstehen, singen und tanzen, mit dem Herzen sprechen und dabei gemeinsam dem Schwingen der Seele lauschen. Die Neue Schar fragt: Wie und in welcher Form der Gemeinschaft wollen wir leben? Was sollen, was dürfen wir tun? Sie will ihr Leben in eigener Verantwortung führen und mit Schönheit füllen. Ein Horror vor der Angepasstheit , dem Zugeständnis und Kompromiss treibt sie voran.

Ein hoher Anspruch, der das Risiko des Scheiterns in sich birgt und im Alltag zur Überspanntheit führen kann. Hermann Hesse warnt Auch ihr seid nicht da, um verbessert zu werden. Ihr seid aber da, um ihr selbst zu sein. Ihr seid da, damit die Welt um diesen Klang, um diesen Ton, um diesen Schatten reicher sei. Versöhnlich und verträglich schon, nicht aber unkritisch.

Davon kündet seine im Wanderbuch ausgestellte Selbstermächtigung: Obwohl gut erkennbar, wurde die antikapitalistische Attitüde der Neuen Schar öfters übersehen. Muck und sein Freund Peters geben hier ihre neueste Entdeckung preis: Dem Kapitalismus fehlt der "Zusammenschluss der in Betracht kommenden Gesamtheit. Archiv der Leuchtenburg bei Kahla.

Die im Wanderbuch ausgestellte moralische Selbstermächtigung genügt dem, was Alexander Rüstow in der Freideutsche[n] Jugend , als das Recht und die Pflicht für die Jugendbewegung einfordert,. Muck will die Jugend vom Korsett wilhelminischer Manieren und veralteter Moralkodizes befreien. Hierfür bewegt er die bereits vorhandenen Ideen aus der Reformpädagogik, Freikörperkultur und Lebensreformbewegung. Natürlich alles ohne Klassenkampf und im Dienste der Volksgemeinschaft.

Dabei wird nicht selten übersehen, dass ihr Engagement die progressiven Werte des Meissner-Teffens und der Freideutschen Jugend leiten: Empört euch gegen die Ungerechtigkeit. Führt den Kampf der Jungen gegen die Alten. Scheut Euch nicht, herbe Worte zu sagen. Nicht nur ihn, viele Jugendliche formte und prägte er.

Und dabei war der Anfang schwer. Aber das half gar nichts", erzählt Hans Fallada Allerdings kommt bereits früh aus den eigenen Reihen Kritik hoch, weil auf Veranlassung vorgesetzter Behörden Lehrer in den Wandervogel drängen, um die Gruppen zu führen. Über die Hälfte der Ortsgruppen leiten Oberlehrer und Lehrer. Manchmal waren es, wie Hans Fallada beobachtete, auch Studenten. Er will ausserhalb der Schule die Freiheit und Selbstbestimmung seiner Mitglieder herstellen und distanziert sich von Soldatenspielereien, wie sie etwa beim Jungdeutschland-Bund BJD üblich sind.

Wie sind die Wandervögel froh Stets gehts in dulce jubilo. Hier die Bundesleitung der Alten, der Oberlehrer und zahlreicher Anhang: Die Neue Schar will es besser machen als der Wandervogel und Vortrupp. Sie wollen die Volksfestkultur modernisieren.

Muck mahnt im September [ An ] alle Lebendigen von Eisenach: Alles andere - nur kein Sichfreuen, Sichkennenlernen, kein gesundes, herzhaftes Fröhlichsein, kein Volksleben. Sein Ziel war die kulturelle Erneuerung der Geselligkeit. Wer wollte annehmen, dies blieb ohne Einfluss auf Friedrich Muck-Lamberty, zumal er dem Sera-Kreis beispielsweise auf dem Wandervogel-Bundestag in Meiningen persönlich begegnete und mit Eugen Diederichs gut bekannt war.

Im August trafen sie auf der Freideutschen Woche in Tübingen zusammen. Dies Treffen [in Tübingen] war schön. Es lebe das Pachantentum, das schweifende Leben! Was gehen die uns an: Wir suchen die Ganzen, Aufrechten, Mutigen, Gescheiten: Auf frohe Kämpfe in der Zukunft, auch gegeneinander. Er selbst wirbt dort im Januar für einen Bund der Freideutschen, für eine freideutsche Zukunft Nicht die Völkischen, sondern die menschheitlichen Freideutschen verhalfen Muck zu seinen ersten publizistischen Auftritten nach dem Krieg!

Und was fordert Muck in seinem Aufruf? Juli im Volkshaus zu Jena. Abkehr von materialistischen Werten, spiritualistisches Naturverhältnis, Flucht aus der gesellschaftlichen Verlogenheit. Bisweilen erregen seine Kleidung und Geruch öffentliche Aufmerksamkeit. Er hatte in der Stadt Flugschriften verteilt und durch "mangelhafte Kleidung" öffentliches Ärgernis erregt.

Georg Stammler, eigentlich Ernst Emanuel Krauss, geboren am Februar in Stammheim. Seit als Schriftsteller tätig. Schriftführer im Verein zur Verbreitung guter Volksliteratur in Württemberg. Seit Mitglied der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung.

Ulbricht , 77 bis August ein Zitat aus. Sein Verhältnis zu ihm kam, erzählt Harry Wilde , , einem Glaubensbekenntnis gleich. Seit war er Mitglied der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung. Dafür genügt kein Zusatz von idealer Gesinnung, eine rauchselige Begeisterung, keine soziale und schöngeistige Betriebsamkeit am Feierabend. Thingplatz in Freyburg an der Unstrut.

Das Foto ist wahrscheinlich zwischen und aufgenommen. Christrevolutionären Tagung vom Juni in Stuttgart unternimmt der völkische Schriftsteller den Versuch, die freideutsche Jugend und mit der Arbeiterjugend auszusöhnen. Beide sind füreinander bestimmt, so Stammler, nur das ".

Wertvolle an der freideutschen Jugend, ihre tiefe Innerlichkeit, muss ergänzt werden durch das stärkere Wollen der proletarischen Jugend. Beiderseitige Fehler müssen abgelegt werden.

Hier der Dogmatismus, dort das ewige Steckenbleiben im Problematischen. Beim ersten Führerlehrgang der Artamanen vom Februar in Halle ist Georg Stammler als Referent dabei. Muck unterhielt Kontakte zu den Artamanen. Zum Reichsthing am Hier ist Grün und das ist Grün. Such ihn hier, such ihn dort unter diesen allen diese mit dem blauen Kleid kann mir wohl gefallen. An sanften Sommerabenden erklingen in den Gassen alte Volkslieder. Bis Juni unterhielt der Wandervogel in Oranienburg eine Bundeskanzlei.

Auf seine Anregung wird sie im Juni nach Hartenstein verlegt. Den Polterabend am 4. Die Wandervogel-Buchhandlung Hartenstein Sa. Das Geschäft prosperiert, bis es unnötige Experimente destabilisieren.

Muck bricht am Mai von Hartenstein nach Kronach auf. In der Geburtsstadt von Lucas Cranach d. Kronach in Franken mit Veste Rosenberg etwa Foto und Verlag Joseph Hospe, Staffelstein, gegründet Auf dem ersten Nachkriegstreffen in Koburg drohte der Wandervogel e.

Nur durch die Geschicklichkeit der Tagungsleitung konnte den Zerfall vermieden werden. Die Jüngeren und die Feldgeneration hatten sich über die Kriegszeit hinweg auseinandergelebt. Arbeiter sind darin wenig vertreten.

Als Sprecher wird Otto Schönfelder gewählt. Ein Programm gab es zunächst nicht. Doch sie gaben eine Zeitschrift heraus, fördern das Laien- und Puppenspiel, die Volkstanz- und Volksliedbewegung. Viele sahen sich auf dem Pfingsttreffen seit das erste Mal wieder. Ergreifende Szenen spielten sich bei ihrer Ankunft ab. Das war ein Gerufe und ein Jubeln! Mensch, dich kenn ich doch vom Hohen Meissner! Muck traf einige Tage vor Beginn des Festes in Kronach ein. Im Gesellenhaus der Stadt tagt das Organisationskomitee.

Es bespricht und diskutiert die Vorhaben für die Festtage vom Revolution der Seele oder Empörung der Jugend. Das Fest beginnt am Sonnabend 7. Es folgen musikalische Darbietungen. Sie unterhält internationale Partnerschaften mit über europäischen Hochschulen sowie mit rund 70 Hochschulen in Nordamerika, Asien, Südamerika und Australien.

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