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Willkommen im Medienzentrum der Hochschule Darmstadt

Ein Haufen Reiter mit Drommeten und Maultrommeln, und alle Stadtoffiziere in ihren schönsten Uniformen gingen vor den Triumphwagen her.

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Die zelotische Aufstandspartei setzte um 68 n. Mit der Zerstörung von Stadt und Heiligtum im Jahr 70 n. In eher programmatischer als realkultischer Weise scheint während des zweiten jüdisch-römischen Kriegs — n. Lev 16 ; auch sonst stand er besonders repräsentativen Riten vor vgl.

Josephus, De bello Judaico 5, Dem Synedrium oblag die Kult- und Rechtspflege. Es ist umstritten, wie weit die rechtliche und vollziehende Gewalt dieser Ratsversammlung tatsächlich reichten. Vermutlich ist an eine auf die kulturelle Selbstverwaltung begrenzte lokale Autorität sowie an den Vertretungsanspruch gegenüber den römischen Machthabern zu denken.

Je nach den aktuellen Umständen schloss dies einen tagespolitischen Einfluss des Hohepriesters keineswegs aus. Sprechendes Beispiel dafür ist die Breitenbedeutung des hohepriesterlichen Kultgewands vgl. Philo, De vita Mosis 2,—; Josephus, Antiquitates Judaicae 3,— , aber — bis hin zur kaiserlichen Ebene — auch als politisches Symbol brisant wirken konnte vgl.

Die Verfolgertätigkeit setzt sich gegenüber der Urgemeinde und Paulus fort z. Apg 4,5f ; Apg 5,17f ; Apg 24, Eher als individuelle Züge zeichnen sich hier theologische Kontrastsetzungen ab, in denen die Hohepriester Macht und Mehrheit des nicht-christusgläubigen Judentums aus der kritischen Sichtweise bzw.

Selbst von 6 bis 15 n. Hohepriester, konnte er das Amt weithin seiner Familie reservieren und wahrte offenkundig nachhaltigen politischen und wirtschaftlichen Einfluss vgl. Fünf seiner Söhne wurden selbst Hohepriester. Mt schildert ein scharfes Verhör des Kaiphas Mt 26, Joh 18, ; die Passionsberichte des Mk und Lk nennen keinen Namen.

Der Hohepriester Hananias 48—59 n. Apg 23,2 ; Apg 24,1. De bello Judaico 4,— Möglicherweise ist ein ranghohes Mitglied einer Priesterfamilie in der Diaspora gemeint.

Die urchristliche Symbolsprache ist vielfältig von Kultmetaphorik und -typologie geprägt. Einen titular nicht entwickelten Ansatz zur hohepriesterlichen Deutung des Sühnetods bietet bereits Röm 3, Der Hebräerbrief sowie — entweder aus dem gleichen Traditionsbestand schöpfend oder wahrscheinlicher in literarischer Abhängigkeit — der Erste Clemensbrief stellen Jesus Christus als endzeitlichen Hohepriester dar.

Vermutlich war dieser Titel Jesus in der urchristlichen Bekenntnistradition zugewachsen vgl. Hebr 3,1 ; Hebr 4,14 ; 1Clem 36,1; 1Clem 61,3; 1Clem Hebr macht ihn zum Leitmotiv seiner Christologie. Er entfaltet ihn in drei Schritten:.

Gen 14, ; Ps ,4 , und im typologischen Vergleich mit seinem irdisch-vorläufigen Antityp, dem levitischen Hohepriestertum, dargelegt: Das Priestertum der Tora birgt zeichenhaft die Grundstruktur des Heils: Mit keinen Worten ist die dunstige Klarheit auszudrücken, die um die Küsten schwebte, als wir am schönsten Nachmittage gegen Palermo anfuhren.

Wer es gesehen hat, der hat es auf sein ganzes Leben. Nun versteh' ich erst die Claude Lorrain und habe Hoffnung, auch dereinst in Norden aus meiner Seele Schattenbilder dieser glücklichen Wohnung hervorzubringen. Wäre nur alles Kleinliche so rein daraus weggewaschen als die Kleinheit der Strohdächer aus meinen Zeichenbegriffen.

Wir wollen sehen, was diese Königin der Inseln tun kann. Wie sie uns empfangen hat, habe ich keine Worte auszudrücken: In einem öffentlichen Garten stehn weite Beete von Ranunkeln und Anemonen. Die Luft ist mild, warm und wohlriechend, der Wind lau. Der Mond ging dazu voll hinter einem Vorgebirge herauf und schien ins Meer; und diesen Genuss, nachdem man vier Tage und Nächte auf den Wellen geschwebt!

Verzeiht, wenn ich mit einer stumpfen Feder aus einer Tuschmuschel, aus der mein Gefährte die Umrisse nachzieht, dieses hinkritzle. Es kommt doch wie ein Lispeln zu euch hinüber, indes ich allen, die mich lieben, ein ander Denkmal dieser meiner glücklichen Stunden ["Nausikaa", Fragment geblieben] bereite.

Was es wird, sag' ich nicht, wann Ihr es erhaltet, kann ich auch nicht sagen. Der Hafen von Palermo. Huber , Wilhelm Jakob W. Studienreisen nach München und Wien, nach Italien. Seine Landschaften Öl, Aquarell oder Sepia waren sehr gesucht, und besonders in Neapel wurden sie von den reisenden Engländerinnen geschätzt.

Bucaro Gaspare - Palermo. Reihe , Bild 6. Apfelsinen, Zitronen, Wein, Schwefel. Der Monte Pellegrino ist m hoch. Il Monte Pellegrino col. Da erhebt sich nun, sämtliche Fahrzeuge zu schützen, in Westen der Monte Pellegrino in seinen schönen Formen, nachdem er ein liebliches, fruchtbares Tal, das sich bis zum jenseitigen Meer erstreckt, zwischen sich und dem eigentlichen festen Land gelassen. Monte Pellegrino visto dal Molo. Edizione F[rancesco] Verderosa - Palermo.

Palermo - Via Borgo e Monte Pellegrino. Edizione F[rancesco] Verderosa, Palermo. Palermo - La Stazione di caricamento nel Porto. Acqua Santa e Villa Belmonte. Kniep, Tal des Oreto. Goethe, Tal des Oreto. Palermo, Mittwoch, den 4. Nachmittags besuchten wir das fruchtreiche und angenehme Tal, welches die südlichen Berge herab an Palermo vorbeizieht, durchschlängelt von dem Fluss Orete.

Die schönste Frühlingswitterung und eine hervorquellende Fruchtbarkeit verbreitete das Gefühl eines belebenden Friedens über das ganze Tal, welches mir der ungeschickte Führer durch seine Gelehrsamkeit verkümmerte, umständlich erzählend, wie Hannibal hier vormals eine Schlacht geliefert und was für ungeheure Kriegstaten an dieser Stelle geschehen. Unfreundlich verwies ich ihm das fatale Hervorrufen solcher abgeschiedenen Gespenster.

Es sei schlimm genug, meinte ich, dass von Zeit zu Zeit die Saaten, wo nicht immer von Elefanten, doch von Pferden und Menschen zerstampft werden müssten. Man solle wenigstens die Einbildungskraft nicht mit solchem Nachgetümmel aus ihrem friedlichen Traume aufschrecken.

Er verwunderte sich sehr, dass ich das klassische Andenken an so einer Stelle verschmähte, und ich konnte ihm freilich nicht deutlich machen, wie mir bei einer solchen Vermischung des Vergangenen und des Gegenwärtigen zumute sei.

Noch wunderlicher erschien ich diesem Begleiter, als ich auf allen seichten Stellen, deren der Fluss gar viele trocken lässt, nach Steinchen suchte und die verschiedenen Arten derselben mit mir forttrug.

Ich konnte ihm abermals nicht erklären, dass man sich von einer gebirgigen Gegend nicht schneller einen Begriff machen kann, als wenn man die Gesteinsarten untersucht, die in den Bächen herabgeschoben werden, und dass hier auch die Aufgabe sei, durch Trümmer sich eine Vorstellung von jenen ewig klassischen Höhen des Erdaltertums zu verschaffen.

Das meiste war eine Gebirgsart, die man bald für Jaspis oder Hornstein, bald für Tonschiefer ansprechen konnte. Ich fand sie teils in abgerundeten, teils unförmigen Geschieben, teils rhombisch gestaltet, von vielerlei Farben. Ferner kamen viele Abänderungen des ältern Kalkes vor, nicht weniger Breccien, deren Bindemittel Kalk, die verbundenen Steine aber bald Jaspis, bald Kalk waren. Auch fehlte es nicht an Geschieben von Muschelkalk. Die Pferde füttern sie mit Gerste, Häckerling und Kleien; im Frühjahr geben sie ihnen geschosste grüne Gerste, um sie zu erfrischen, per rinfrescar, wie sie es nennen.

Da sie keine Wiesen haben, fehlt es an Heu. Sie halten wenig Schafe, deren Rasse aus der Barbarei kommt, überhaupt auch mehr Maultiere als Pferde, weil jenen die hitzige Nahrung besser bekommt als diesen.

Das obere Lager ist mit rotem Ton gemischt und enthält wenig oder gar keine Muscheln. Ganz obenauf liegt roter Ton, dessen Lage jedoch nicht stark ist. Das Gestein ist fest und klingend. Palermo - Villa Igea e Monte Pellerino. Palermo - Ponte dell Ammiraglio. G[iovanni] B[ucaro] P[alermo], Fotocelere - Torino. Die Fülle und Pracht dieser Vegetation lässt sich gar nicht beschreiben.

Am obern schmalen Ende des Tales liegen mehrere Mühlen über einander, deren jede mit dem lebendig herab rauschenden Wasser, von Ölbäumen, Granaten und Feigen überschattet, ein reizendes Bild gibt. Die Orangen stehen hier noch einzeln, aber nirgend ein unbenutztes Fleckchen; unter dem Schatten des verschiedenartigen Blätterwerkes steigt man an dem flachen Geländer die vielen Stufen und Rasentreppen hinab, welche von einer Mühle zur andern führen.

Weiter unten beginnen die Orangenwaldungen. In Italien, bei Mola di Gaeta, Sorrento etc. Die Haupternte ist zu Weihnachten, aber der Wunderbaum blüht und trägt fast das ganze Jahr, so dass nie Mangel an reifen Früchten ist; die zu früh abgefallenen oder sonst schadhaften werden gesammelt und neben den Häusern zu Haufen geschüttet, deren jeder viele Tausende enthalten mag.

Kaum war der Diebstahl geschehen, als uns der Besitzer begegnete, der auf einem Esel 2 mächtige Körbe Orangen unter reinlichen breiten Feigenblättern heimführte; auf die Seite tretend, bewunderten wir die Pracht dieser ausgesuchten Früchte; er hielt den Esel an, und nötigte mit einem treuherzigen: Prendete, Signori, prendete, jedem ein Stück auf, ohne die angebotene Bezahlung anzunehmen.

Die alten Ölstämme spalten sich leicht über dem Boden, sinken auf diese oder jene Seite, und bieten mit ihren wunderlichen Knollen und Ballen dem Zeichner die unschätzbarsten Baumstudien. Der Wald wird gegen die Stadt hin immer lichter; als wir auf das Feld hinaus kamen, war die Sonne schon längst unter, und erst in tiefer Dunkelheit gelangten wir nach Palermo hinein.

Wanderungen durch Sicilien und die Levante. Nicolai'sche Buchhandlung Digitalisierung durch Google , S. Fontana in Piazza Pretoria. Palermo - Piazza Pretoria. Palermo - Fontana Pretoria - Regina Giovanna. Palermo, Donnerstag, den 5. Wir gingen die Stadt im besondern durch.

Die Bauart gleicht meistens der von Neapel, doch stehen öffentliche Monumente, z. Brunnen, noch weiter entfernt vom guten Geschmack. Ein von dem ganzen Inselvolke angestaunter Brunnen [Monumentalbrunnen an der Piazza Pretoria] existierte schwerlich, wenn es in Sizilien nicht schönen, bunten Marmor gäbe, und wenn nicht gerade ein Bildhauer, geübt in Tiergestalten, damals Gunst gehabt hätte.

Es wird schwerhalten, diesen Brunnen zu beschreiben. Pferd, Löwe, Kamel, Elefant wechseln miteinander ab, und man erwartete kaum hinter dem Kreise dieser Menagerie einen Brunnen, zu welchem von vier Seiten durch gelassene Lücken marmorne Stufen hinaufführen, um das reichlich gespendete Wasser schöpfen zu lassen.

Etwas Ähnliches ist es mit den Kirchen, wo die Prachtliebe der Jesuiten noch überboten ward, aber nicht aus Grundsatz und Absicht, sondern zufällig, wie allenfalls ein gegenwärtiger Handwerker, Figuren- oder Laubschnitzer, Vergolder, Lackierer und Marmorierer gerade das, was er vermochte, ohne Geschmack und Leitung an gewissen Stellen anbringen wollte. Dabei findet man eine Fähigkeit, natürliche Dinge nachzuahmen, wie denn z.

Dadurch wird freilich die Bewunderung der Menge erregt, deren ganze Kunstfreude darin besteht, dass sie das Nachgebildete mit dem Urbilde vergleichbar findet. In Neapel tragen geschäftige Esel jeden Tag das Kehricht nach Gärten und Feldern, sollte denn bei euch nicht irgendeine ähnliche Einrichtung entstehen oder getroffen werden? Ihr seht hier Schichten von Stroh und Rohr, von Küchenabgängen und allerlei Unrat, das trocknet zusammen auf und kehrt als Staub zu uns zurück.

Gegen den wehren wir uns den ganzen Tag. Aber seht, unsere schönen, geschäftigen, niedlichen Besen vermehren, zuletzt abgestumpft, nur den Unrat vor unsern Häusern. Und lustig genommen, war es wirklich an dem. Das alles aber sei, setzte er mit possierlichem Ausdruck hinzu, nur Auslegung von Übelgesinnten, er aber von der Meinung derjenigen, welche behaupten, der Adel erhalte seinen Karossen diese weiche Unterlage, damit sie des Abends ihre herkömmliche Lustfahrt auf elastischem Boden bequem vollbringen könnten.

Und da der Mann einmal im Zuge war, bescherzte er noch mehrere Polizeimissbräuche, mir zu tröstlichem Beweis, dass der Mensch noch immer Humor genug hat, sich über das Unabwendbare lustig zu machen.

Palermo - Monte Pellegrino. Palermo - Panorama e Monte Pellegrino. Untere Reihe, linkes Bild: Untere Reihe, rechtes Bild: Costumi Siciliani "All' Acqua". Die Form des Monte Pellegrino, einmal gesehen, prägt sich dem Gedächtnisse für immer ein. Mag unten das donnernde Meer mit seinen schwarzgrünen Wogen bis hoch an seine Felsen hinan gischen und schäumend sich aufbäumen, Sturm und Wolken seinen Gipfel umlagern, oder mag sein glänzendes Haupt hoch über der tiefblauen glatten Meeresfläche, über das herrliche Ruhebild der sizilianischen Küste sich erheben - immer, welche ewige, gewaltige Schönheit!

An der nach Norden zu gelegenen, schroff abfallenden Seite führt unmittelbar über dem Meere an den Felsen hin ein selten betretener Weg nach dem abgelegenen Fischerdorfe Tonnara. Auch hier hörte ich einstmals Gesang, dessen Strophen, kurz, in lang hingezogenen schwermütigen Klängen endeten und doch, wenn der Sänger von Neuem anhub, jedesmal wieder überraschend durch die Leidenschaftlichkeit des Einsatzes wirkten. Ein Ziegenhirte war's, der oben in den Felsenklüften sitzend sang.

Wie ergreifend waren diese Naturklänge am einsamen Meer zwischen den sonnenglänzenden Bergen, deren classische Formen von bezaubernder Schönheit durchflossen sind! Nicht mehr glaubte ich in der Gegenwart zu leben, frische homerische Welt umgab mich. Was ist denn der Anblick dieser träumenden, unendlichen See, dieser jach aus den Fluten ragenden Wände, welche farbenprangend in der Mittagsglut sich zum tiefblauen Himmel erheben, dieses Duftes der fernen Küstengebirge?

Erinnerungen von Andreas Oppermann. Eduard Trewendt Digitalisierung durch Google , S. Der Eingangsbereich befindet sich nicht sichtbar an dem Klostergebäude in der linken Bildhälfte. Goethe zeichnete den Ort aus der entgegengesetzten Richtung. Palermo - Santuario di Rosalia sul Monte Pellegrino. La grotta di S. Palermo - Grotta di S. Giovanni Bucaro - Palermo. Die heilige Rosalie, Schutzpatronin von Palermo, ist durch die Beschreibung, welche Brydone 1 von ihrem Feste gegeben hat, so allgemein bekannt geworden, dass es den Freunden gewiss angenehm sein muss, etwas von dem Orte und der Stelle, wo sie besonders verehrt wird, zu lesen.

Er bestehet aus einem grauen Kalkstein der früheren Epoche. Die Felsen sind ganz nackt, kein Baum, kein Strauch wächst auf ihnen, kaum, dass die flachliegenden Teile mit etwas Rasen und Moos bedeckt sind. Ihre Gegenwart befreite die Stadt von der Pest, und Rosalie war seit diesem Augenblicke die Schutzheilige des Volks; man baute ihr Kapellen und stellte ihr zu Ehren glänzende Feierlichkeiten an.

Und vielleicht hat die ganze Christenheit, welche nun achtzehnhundert Jahre ihren Besitz, ihre Pracht, ihre feierlichen Lustbarkeiten auf das Elend ihrer ersten Stifter und eifrigsten Bekenner gründet, keinen heiligen Ort aufzuweisen, der auf eine so unschuldige und gefühlvolle Art verziert und verehrt wäre.

Wenn man den Berg erstiegen hat, wendet man sich um eine Felsenecke, wo man einer steilen Felswand nah gegenüber steht, an welcher die Kirche und das Kloster gleichsam festgebaut sind. Man befindet sich unter einer Halle, welche in der Breite der Kirche hinläuft und gegen das Schiff zu offen ist. Das Schiff der Kirche ist ein offner Hof, der an der rechten Seite von rauhen Felsen, auf der linken von einer Kontinuation der Halle zugeschlossen wird. Er ist mit Steinplatten etwas abhängig belegt, damit das Regenwasser ablaufen kann; ein kleiner Brunnen steht ungefähr in der Mitte.

Die Höhle selbst ist zum Chor umgebildet, ohne dass man ihr von der natürlichen rauhen Gestalt etwas genommen hätte. Einige Stufen führen hinauf: Alles wird von dem aus dem Hofe oder Schiff einfallenden Tageslicht erleuchtet. Tief hinten in dem Dunkel der Höhle steht der Hauptaltar in der Mitte.

Man hat, wie schon gesagt, an der Höhle nichts verändert; allein da die Felsen immer von Wasser träufeln, war es nötig, den Ort trocken zu halten. Man hat dieses durch bleierne Rinnen bewirkt, welche man an den Kanten der Felsen hergeführt und verschiedentlich miteinander verbunden hat.

Das Wasser wird teils seitwärts, teils hinten in einen klaren Behälter geleitet, woraus es die Gläubigen schöpfen und gegen allerlei Übel gebrauchen. Da ich diese Gegenstände genau betrachtete, trat ein Geistlicher zu mir und fragte mich, ob ich etwa ein Genueser sei und einige Messen wollte lesen lassen. Ich versetzte ihm darauf, ich sei mit einem Genueser nach Palermo gekommen, welcher morgen als an einem Festtage heraufsteigen würde. Da immer einer von uns zu Hause bleiben müsste, wäre ich heute heraufgegangen, mich umzusehen.

Er versetzte darauf, ich möchte mich aller Freiheit bedienen, alles wohl betrachten und meine Devotion verrichten. Es war inwendig noch ein Gitterwerk von feinem geflochtenem Messingdraht vorgezogen, so dass man nur wie durch einen Flor den Gegenstand dahinter unterscheiden konnte. Ein schönes Frauenzimmer erblickt' ich bei dem Schein einiger stillen Lampen.

Sie lag wie in einer Art von Entzückung, die Augen halb geschlossen, den Kopf nachlässig auf die rechte Hand gelegt, die mit vielen Ringen geschmückt war. Ich konnte das Bild nicht genug betrachten; es schien mir ganz besondere Reize zu haben. Ihr Gewand ist aus einem vergoldeten Blech getrieben, welches einen reich von Gold gewirkten Stoff gar gut nachahmt. Ein kleiner Engel steht neben ihr und scheint ihr mit einem Lilienstengel Kühlung zuzuwehen.

Unterdessen waren die Geistlichen in die Höhle gekommen, hatten sich auf ihre Stühle gesetzt und sangen die Vesper. Ich setzte mich auf eine Bank gegen dem Altar über und hörte ihnen eine Weile zu; alsdann begab ich mich wieder zum Altare, kniete nieder und suchte das schöne Bild der Heiligen noch deutlicher gewahr zu werden.

Der Gesang der Geistlichen verklang nun in der Höhle, das Wasser rieselte in das Behältnis gleich neben dem Altare zusammen, die überhangenden Felsen des Vorhofs, des eigentlichen Schiffs der Kirche, schlossen die Szene noch mehr ein. A Tour Through Sicily, Leipzig , die er am August aus der Weimarer Bibliothek entlieh. Voyage pittoresque ou description des Royaumes de Naples et de Sicile. Radierung von Claude-Louis Chatelet; Bd. Wir kehrten von hier zum Heiligtum der Rosalia zurück.

Eine dunkle Grotte zieht sich tief in den wilden Fels hinein. Von vorn ist sie durch eine Mauer geschlossen, welche die Vorderseite einer Kirche vorstellt. Edelsteine blitzen um sie, ein prächtiges Gewand deckt den reizenden Körper; ihre Lilienwangen scheinen durch den Lampenschimmer angehaucht, kein leisester Laut stört ihren Schlummer, wir lauschen nur, ob die zarte Brust nicht atme; ihr Haupt ruht sanft in der rechten Hand, und ein Engel behütet das holde Mädchen.

Gegen Mitternacht leuchtete uns der helle Mond nach Palermo hinab. Reise durch Italien und Sicilien. Rechtschreibung und Zeichensetzung dem heutigen Gebrauch angeglichen.

Melendez - Piazza Marina - Ficus. Orto Botanico di Palermo. Esemplare gigantesco di Piptanthocereus jamacaru. Palermo - Giardino Inglese.

F[rancesco] Verderosa - Palermo. Palermo - Villa Tasca veduta del Parco. Palermo, Sonnabend, den 7. In dem öffentlichen Garten unmittelbar an der Reede brachte ich im stillen die vergnügtesten Stunden zu. Es ist der wunderbarste Ort von der Welt.

Ganz fremde, mir unbekannte Bäume, noch ohne Laub, wahrscheinlich aus wärmern Gegenden, verbreiten seltsame Zweige. An den Pflanzen erscheint durchaus ein Grün, das wir nicht gewohnt sind, bald gelblicher, bald blaulicher als bei uns. Was aber dem Ganzen die wundersamste Anmut verlieh, war ein starker Duft, der sich über alles gleichförmig verbreitete, mit so merklicher Wirkung, dass die Gegenstände, auch nur einige Schritte hintereinander entfernt, sich entschiedener hellblau voneinander absetzten, so dass ihre eigentümliche Farbe zuletzt verlorenging, oder wenigstens sehr überbläut sie sich dem Auge darstellten.

Welche wundersame Ansicht ein solcher Duft entfernteren Gegenständen, Schiffen, Vorgebirgen erteilt, ist für ein malerisches Auge merkwürdig genug, indem die Distanzen genau zu unterscheiden, ja zu messen sind; deswegen auch ein Spaziergang auf die Höhe höchst reizend ward. Man sah keine Natur mehr, sondern nur Bilder, wie sie der künstlichste Maler durch Lasieren auseinander gestuft hätte. Aber der Eindruck jenes Wundergartens war mir zu tief geblieben; die schwärzlichen Wellen am nördlichen Horizonte, ihr Anstreben an die Buchtkrümmungen, selbst der eigene Geruch des dünstenden Meeres, das alles rief mir die Insel der seligen Phäaken in die Sinne sowie ins Gedächtnis.

Ich eilte sogleich, einen Homer zu kaufen, jenen Gesang [Odyssee, 7. Gesang, Verse ff. Nun aber ging die lärmige Freude über die glückliche Auferstehung des Herrn mit Tagesanbruch los. Petarden, Lauffeuer, Schläge, Schwärmer und dergleichen wurden kastenweis vor den Kirchtüren losgebrannt, indessen die Gläubigen sich zu den eröffneten Flügelpforten drängten.

Glocken- und Orgelschall, Chorgesang der Prozessionen und der ihnen entgegnenden geistlichen Chöre konnten wirklich das Ohr derjenigen verwirren, die an eine so lärmende Gottesverehrung nicht gewöhnt waren.

Die frühe Messe war kaum geendigt, als zwei wohlgeputzte Laufer des Vizekönigs unsern Gasthof besuchten, in der doppelten Absicht, einmal den sämtlichen Fremden zum Feste zu gratulieren und dagegen ein Trinkgeld einzunehmen, mich sodann zur Tafel zu laden, weshalb meine Gabe etwas erhöht werden musste. Nachdem ich den Morgen zugebracht, die verschiedenen Kirchen zu besuchen und die Volksgesichter und Gestalten zu betrachten, fuhr ich zum Palast des Vizekönigs, welcher am obern Ende der Stadt liegt.

Als er vernahm, dass ich ein Deutscher sei, fragte er, ob ich ihm Nachricht von Erfurt zu geben wisse, er habe daselbst einige Zeit sehr angenehm zugebracht. Auf seine Erkundigungen nach der von Dachrödischen Familie, nach dem Koadjutor von Dalberg, konnte ich ihm hinreichende Auskunft geben, worüber er sehr vergnügt nach dem übrigen Thüringen fragte. Mit bedenklichem Anteil erkundigte er sich nach Weimar. Nach einer kleinen Pause, als wenn ich mich bedächte, erwiderte ich: In dem Augenblick trat mit seinem Gefolge der Vizekönig herein und betrug sich mit anständiger Freimütigkeit, wie es einem solchen Herrn geziemt.

Er enthielt sich jedoch nicht des Lächelns über den Malteser, welcher seine Verwunderung, mich hier zu sehen, auszudrücken fortfuhr. Dies alles locket das Volk an, das mehr, wie irgend eines, nach etwas haschet, das in die Sinne fället, und desto bizarrer die Kompositionen sind, desto auffallender die Idee des Ganzen, und desto bunter und glänzender die Ausführung ist, um desto mehr Gefallen daran zeiget. Es ist dies ächter Nationalcharakter der Palermitaner.

Männer der Art sind selbst unter der gebildeten Klasse von Menschen nicht selten, und unter dem Volke sehr gewöhnlich; hiervon überzeuget alles, was man siehet und höret: Auch siehet man durchaus die heftigsten Actionen, die, selbst bei lachender Freude, Furcht erregen. Eben so sind die Menschen bei ihren religiösen Handlungen, der Anblick des Venerabile lehret sie den tiefen Kot der Gassen nicht scheuen, und ich sah sie mit einer Inbrunst auf das Pflaster hinfallen, dass ich Beinbrüche besorgete; eben so war's in den Kirchen, wo ich durchaus eine solche leidenschaftliche Andacht bemerkete, dass ich ohne Übertreibung behaupten kann, würde sich einer bei uns auf die Weise gebärden, wie das Gros der Nation sich hier betrug, wir würden ihn ins Tollhaus schicken.

Alle, die zu ihrer Fahne schwören, nennen sich Leute vom bon ton, daher sie dann den Beinamen der Intonari erhalten haben. Ich muss Ihnen die lächerliche Figur, und das sonderbare Betragen eines solchen Menschen etwas umständlicher beschreiben. Er geht daher in einem dunkeln Rocke, träget beständig lederne Beinkleider, Stiefeln, einen runden Hut, und aufgeschlagene Haare; zuweilen hat er einen Knotenstock; öfterer aber noch die Hände in Rock- und Hosentasche.

Wäsche soll sehr simpel sein, so lauten die ausdrücklichen Gesetze der englischen Sekte. Vor einigen Tagen sündigete Einer dagegen, trug Spitzen, und wurde für den Frevel auch sogleich bestrafet; schweigend naheten sich ihm einige seiner Mitintonaten, rissen ihm die Spitzen in Stücke, und gingen ruhig fort.

Aus allen diesen einzelnen Zügen werden Sie sehen, dass ich nicht unrecht habe zu behaupten, dass wer den Palermitanischen Charakter zeichnen will, beständig ins Übertriebene malen muss. During the festival of S. The bones of this tutelary Saint of Palermo - who, as we have already seen, abandoned the comforts of her father's house, and the pleasures of court, to lead a life of solitude and devotion on Monte Pellegrino, and who, according to the legend, disappeared about the year - were, owing to a vision vouchsafed to some favoured mortal, discovered in a cavern on that mount during the plague of According to the direction of the vision, the precious relics were carried in procession about the city, and the plague was stayed.

The anniversary of this opportune discovery has ever since been celebrated by drawing in procession a gorgeous machine sixty feet in height, called the car of S. Rosolia, decorated with various allegorical figures, and surmounted by a silver statue of the Saint herself. The ponderous nature of the machine may be inferred from the circumstance that no fewer than fifty oxen are required to set it in motion.

During the festival the illuminations and fireworks are on the most magnificent scale; especially the latter, which are usually so managed as to represent some historical event. This part of the festival is succeeded by horseraces in the crowded streets; yet without any accident occurring, although there are no riders to guide the animals, but the populace divide as the horses advance, and close immediately behind, adroitly giving the poor creature a blow as they pass.

On the last evening, there is a splendid illumination of the interior of the cathedral, in which the drapery of gold and silver tissue, the mirrors, and the lights are so tastefully arranged as to command unqualified admiration.

The whole winds up on the fifth day, with a procession of all the saints of Palermo, amidst a tremendous noise of drums und trumpets. A part passes on to Mount Pellegrino, where a fine causeway has been made leading up to the Grotto, in which is a statue of bronze gilt 1 , with head and hands of Parian marble, representing a handsome girl, in a reclining posture: I never in my life saw one that effected me so much, and am not surprised that it should have captivated the hearts of the people.

The Classic and Connoisseur in Italy and Sicily. Man errichtet eine unglaubliche Menge von Bogen und Pyramiden zu Erleuchtungen. Sie sind von Holz, gemalt und mit künstlichen Blumen geziert. Diese sollen ganz mit kleinen Lampen bedeckt werden, so dass sie in einer kleinen Entfernung als ebenso viele feurige Pyramiden und Bogen aussehen.

Die Anzahl der Pyramiden und Bogen, die zu diesen Erleuchtungen zugerüstet werden, beläuft sich über zweitausend. Jede von diesen Linien ist eine Meile lang, welches im Ganzen vier Meilen machet. Der ganze Marino soll auf eben dieselbe Art ausgeschmückt werden, und seit drei Wochen arbeitet man daran, zwo Schaubühnen zu den Feuerwerken zu errichten.

Er steht zwar auf Rädern, man sieht aber gar nicht ein, wie irgend eine Kraft im Stande sein sollte, sie herumzudrehen. Ich gestehe es, meine Neugierde, diesen sonderbaren Aufzug zu sehen, wächst täglich. Der Wagen ist schon höher als die meisten Häuser in Palermo, und sie machen ihn noch immer höher. Dies soll alles in der Welt übertreffen, selbst die Erleuchtung der Peterskirche zu Rom nicht ausgenommen.

Die Zurüstungen dazu sind in der Tat erstaunlich. Man hat schon vor einem Monat damit angefangen, und wird erst gegen die letzten Tage vor dem Feste damit fertig werden. An der Decke hängen unzählige Leuchter mit Wachskerzen, und wenn alle angezündet werden, so muss gewiss diese Kirche einem Palaste in den Feenmärchen oder in den arabischen nächtlichen Erzählungen gleich stehen. Sie hat auch überhaupt ziemlich viel Ähnliches damit, denn alles ist Gold und Silber und kostbare Steine. Die Heiligen zeigen sich in ihrer ganzen Herrlichkeit, und die Feenkönigin selbst ist niemals schöner gewesen als die heilige Rosalia ist.

Ein Haufen Reiter mit Drommeten und Maultrommeln, und alle Stadtoffiziere in ihren schönsten Uniformen gingen vor den Triumphwagen her. Der Triumph war ungefähr in drei Stunden vorbei, und auf denselben folgte die schöne Erleuchtung des Marino.

Ich habe Ihnen wohl allbereits gesagt, dass da eine Reihe von Bogen und Pyramiden ist, die sich von einem Ende dieses prächtigen Spazierganges bis zum andern erstrecket: Die ganze Kette dieser Erleuchtung ist ungefähr eine Meile lang, und man kann sich wirklich kaum etwas schöneres vorstellen. Nirgends war der geringste Fehler oder Mangel; die Nacht war so stille, dass nicht eine einzige Lampe verlöschte.

Sie schossen darauf eine Menge von Wasserraketen und Feuerkugeln von einer besondern Art ab, die oft unter dem Wasser zersprangen. Dies währte bis um halb ein Uhr, da in einem Augenblicke der ganze Palast auf das schönste erleuchtet war.

Dies war das Zeichen für die Schiffe, sich ruhig zu halten, und schien wirklich ein Zauberstück zu sein, indem sich die ganze Erleuchtung auf einmal und ohne irgend jemandes sichtbare Vermittlung dem Auge darstellte. Alle diese Figuren werden von den Nonnen zubereitet und von ihnen mit den reichsten Kleidern von Gold- und Silberstoffe ausgeputzt.

Wir ergötzten uns diesen Morgen nicht wenig daran, sie in Kutschen wieder nach ihren Klöstern zurückfahren zu sehen. Der Erzbischof ging hinter demselben und gab dem Volke immer im Vorbeigehn den Segen. Palermo, Montag, den 9. Heute den ganzen Tag beschäftigte uns der Unsinn des Prinzen Pallagonia, und auch diese Torheiten waren ganz etwas anders, als wir uns lesend und hörend vorgestellt.

Und so muss ich noch eine andere allgemeine Reflexion vorausschicken, dass weder das Abgeschmackteste noch das Vortrefflichste ganz unmittelbar aus einem Menschen, aus einer Zeit hervorspringe, dass man vielmehr beiden mit einiger Aufmerksamkeit eine Stammtafel der Herkunft nachweisen könne. Ich will den Verlauf des Entstehens zu entwickeln suchen. Diese Südländer hingegen führen zwei Mauern auf, zwischen welchen man zum Schloss gelangt, ohne dass man gewahr werde, was rechts oder links vorgeht.

Damit nun aber das Auge zwischen diesen Mauern nicht ganz unbefriedigt sei, so sind sie oben ausgebogen, mit Schnörkeln und Postamenten verziert, worauf allenfalls hie und da eine Vase steht. Die Flächen sind abgetüncht, in Felder geteilt und angestrichen. Der Schlosshof macht ein Rund von einstöckigen Häusern, wo Gesinde und Arbeitsleute wohnen; das viereckte Schloss steigt über alles empor.

Dies ist die Art der Anlage, wie sie herkömmlich gegeben ist, wie sie auch schon früher mag bestanden haben, bis der Vater des Prinzen das Schloss baute, zwar auch nicht in dem besten, aber doch erträglichem Geschmack. Der jetzige Besitzer aber, ohne jene allgemeinen Grundzüge zu verlassen, erlaubt seiner Lust und Leidenschaft zu missgestaltetem, abgeschmacktem Gebilde den freisten Lauf, und man erzeigt ihm viel zu viel Ehre, wenn man ihm nur einen Funken Einbildungskraft zuschreibt.

Vier ungeheure Riesen mit modernen, zugeknöpften Gamaschen tragen das Gesims, auf welchem dem Eingang gerade gegenüber die heilige Dreieinigkeit schwebt. Der Weg nach dem Schlosse zu ist breiter als gewöhnlich, die Mauer in einen fortlaufenden hohen Sockel verwandelt, auf welchem ausgezeichnete Basamente seltsame Gruppen in die Höhe tragen, indessen in dem Raum von einer zur andern mehrere Vasen aufgestellt sind.

Das Widerliche dieser von den gemeinsten Steinhauern gepfuschten Missbildungen wird noch dadurch vermehrt, dass sie aus dem losesten Muscheltuff gearbeitet sind; doch würde ein besseres Material den Unwert der Form nur desto mehr in die Augen setzen.

Ich sagte vorhin Gruppen und bediente mich eines falschen, an dieser Stelle uneigentlichen Ausdrucks; denn diese Zusammenstellungen sind durch keine Art von Reflexion oder auch nur Willkür entstanden, sie sind vielmehr zusammengewürfelt. Jedesmal drei bilden den Schmuck eines solchen viereckten Postaments, indem ihre Basen so eingerichtet sind, dass sie zusammen in verschiedenen Stellungen den viereckigen Raum ausfüllen.

Nun bleibt auf dem Piedestal noch eine Lücke: Dass wir aber die Elemente der Tollheit des Prinzen Pallagonia vollständig überliefern, geben wir nachstehendes Verzeichnis. Achill und Chiron mit Pulcinell. Denke man sich nun dergleichen Figuren schockweise verfertigt und ganz ohne Sinn und Verstand entsprungen, auch ohne Wahl und Absicht zusammengestellt, denke man sich diesen Sockel, diese Piedestale und Unformen in einer unabsehbaren Reihe, so wird man das unangenehme Gefühl mit empfinden, das einen jeden überfallen muss, wenn er durch diese Spitzruten des Wahnsinns durchgejagt wird.

Wir nähern uns dem Schlosse und werden durch die Arme eines halbrunden Vorhofs empfangen; die entgegenstehende Hauptmauer, wodurch das Tor geht, ist burgartig angelegt. Hier finden wir eine ägyptische Figur eingemauert, einen Springbrunnen ohne Wasser, ein Monument, zerstreut umherliegende Vasen, Statuen, vorsätzlich auf die Nase gelegt.

Wir treten in den Schlosshof und finden das herkömmliche, mit kleinen Gebäuden umgebene Rund in kleineren Halbzirkeln ausgebogt, damit es ja an Mannigfaltigkeit nicht fehle. Hier stehen wie auf einem verfallenen Kirchhofe seltsam geschnörkelte Marmorvasen vom Vater her, Zwerge und sonstige Ungestalten aus der neuern Epoche zufällig durcheinander, ohne dass sie bis jetzt einen Platz finden können; sogar tritt man vor eine Laube, vollgepfropft von alten Vasen und anderm geschnörkeltem Gestein.

Das Widersinnige einer solchen geschmacklosen Denkart zeigt sich aber im höchsten Grade darin, dass die Gesimse der kleinen Häuser durchaus schief nach einer oder der andern Seite hinhängen, so dass das Gefühl der Wasserwaage und des Perpendikels, das uns eigentlich zu Menschen macht und der Grund aller Eurhythmie ist, in uns zerrissen und gequält wird.

Und so sind denn auch diese Dachreihen mit Hydern und kleinen Büsten, mit musizierenden Affenchören und ähnlichem Wahnsinn verbrämt. Drachen, mit Göttern abwechselnd, ein Atlas, der statt der Himmelskugel ein Weinfass trägt.

Kandelaber von chinesischem Porzellan stehen in den Ecken, welche, näher betrachtet, aus einzelnen Schalen, Ober- und Untertassen und dergleichen zusammengekittet sind. Kein Winkel, wo nicht irgendeine Willkür hervorblickte. Sogar der unschätzbare Blick über die Vorgebirge ins Meer wird durch farbige Scheiben verkümmert, welche durch einen unwahren Ton die Gegend entweder verkälten oder entzünden.

Eines Kabinetts muss ich noch erwähnen, welches aus alten vergoldeten, zusammengeschnittenen Rahmen aneinander getäfelt ist. Alle die hundertfältigen Schnitzmuster, alle die verschiedenen Abstufungen einer ältern oder jüngern, mehr oder weniger bestaubten und beschädigten Vergoldung bedecken hier, hart aneinander gedrängt, die sämtlichen Wände und geben den Begriff von einem zerstückelten Trödel.

Die Kapelle zu beschreiben, wäre allein ein Heftchen nötig. Hier findet man den Aufschluss über den ganzen Wahnsinn, der nur in einem bigotten Geiste bis auf diesen Grad wuchern konnte. Wie manches Fratzenbild einer irregeleiteten Devotion sich hier befinden mag, geb' ich zu vermuten, das Beste jedoch will ich nicht vorenthalten.

Dem Gekreuzigten in den Nabel ist ein Haken eingeschraubt, eine Kette aber, die davon herabhängt, befestigt sich in den Kopf eines knieend betenden, in der Luft schwebenden Mannes, der, angemalt und lackiert wie alle übrigen Bilder der Kirche, wohl ein Sinnbild der ununterbrochenen Andacht des Besitzers darstellen soll. Übrigens ist der Palast nicht ausgebaut: Kniepen, dessen Künstlersinn innerhalb dieses Tollhauses zur Verzweiflung getrieben wurde, sah ich zum erstenmal ungeduldig; er trieb mich fort, da ich mir die Elemente dieser Unschöpfung einzeln zu vergegenwärtigen und zu schematisieren suchte.

Gutmütig genug zeichnete er zuletzt noch eine von den Zusammenstellungen, die einzige, die noch wenigstens eine Art von Bild gab. Palermo, Dienstag, den Heute fuhren wir bergauf nach Monreale. Ein herrlicher Weg, welchen der Abt jenes Klosters zur Zeit eines überschwenglichen Reichtums angelegt hat; breit, bequemen Anstiegs, Bäume hie und da, besonders aber weitläufige Spring- und Röhrenbrunnen, beinah pallagonisch verschnörkelt und verziert, desungeachtet aber Tiere und Menschen erquickend.

Doch wirkten die geistlichen Gesellschaften wohl nur deswegen so viel, weil sie noch mehr als irgendein Familienvater einer unbegrenzten Nachkommenschaft gewiss waren.

Von Altertümern und natürlichen Sachen verwahren sie manches Schöne. Besonders fiel uns auf eine Medaille mit dem Bilde einer jungen Göttin, das Entzücken erregen musste. Gern hätten uns die guten Männer einen Abdruck mitgegeben, es war aber nichts bei Handen, was zu irgend einer Art von Form tauglich gewesen wäre. Nachdem sie uns alles vorgezeigt, nicht ohne traurige Vergleichung der vorigen und gegenwärtigen Zustände, brachten sie uns in einen angenehmen kleinen Saal, von dessen Balkon man eine liebliche Aussicht genoss; hier war für uns beide gedeckt, und es fehlte nicht an einem sehr guten Mittagessen.

Nach dem aufgetragenen Dessert trat der Abt herein, begleitet von seinen ältesten Mönchen, setzte sich zu uns und blieb wohl eine halbe Stunde, in welcher Zeit wir manche Frage zu beantworten hatten. Wir schieden aufs freundlichste. Die jüngern begleiteten uns nochmals in die Zimmer der Sammlung und zuletzt nach dem Wagen. Wir fuhren mit ganz andern Gesinnungen nach Hause als gestern.

Der Weg nach San Martin geht das ältere Kalkgebirg hinauf. Zum Brennen brauchen sie eine starke, lange Grasart, in Bündeln getrocknet. Hier entsteht nun die Calcara. Bis an die steilsten Höhen liegt roter Ton angeschwemmt, der hier die Dammerde vorstellt, je höher, je röter, wenig durch Vegetation geschwärzt.

Ich sah in der Entfernung eine Grube fast wie Zinnober. Das Kloster steht mitten im Kalkgebirg, das sehr quellenreich ist. Die Gebirge umher sind wohl bebaut. Palermo - Museo Nazionale - Ariete. Libreria Reber - Palermo. Der hier abgebildete Broncewidder heute im Archäologischen Museum in Palermo , hatte ein spiegelbildliches Pendant, das während der Revolution zerstört wurde. Goethe sah noch das Zwillingspaar. Der Widder von Castello Maniace.

Eine Bronce antoninischer Zeit? Zu Castello Maniace siehe den Eintrag in Wikipedia. Palermo, Mittwoch, den Die Statuen waren von ihren Stellen weggenommen, mit Tüchern verhängt, mit Gerüsten verstellt, so dass wir trotz allem guten Willen unseres Führers und einiger Bemühung der Handwerksleute doch nur einen sehr unvollständigen Begriff davon erwerben konnten. Am meisten war mir um die zwei Widder von Erz zu tun, welche, auch unter diesen Umständen gesehen, den Kunstsinn höchlich erbauten.

Sie sind liegend vorgestellt, die eine Pfote vorwärts, als Gegenbilder die Köpfe nach verschiedenen Seiten gekehrt; mächtige Gestalten aus der mythologischen Familie Phryxus, und Helle zu tragen würdig.

Sie sollen in dem Hafen von Syrakus gestanden haben. In einem ziemlich verhärteten Tuff und dessen senkrecht gearbeiteter Wand sind gewölbte Öffnungen und innerhalb dieser Särge ausgegraben, mehrere übereinander, alles aus der Masse, ohne irgendeine Nachhülfe von Mauerwerk. Die oberen Särge sind kleiner, und in den Räumen über den Pfeilern sind Grabstätten für Kinder angebracht.

Dazu siehe den folgenden Text. Metopa del Tempio E. Palermo - Museo Nazionale. Medusa decapitata da Ercole: Francesco Verderosa - Palermo. Palermo - Catacombe dei Cappuccini.

Glänzen im Leben und im Tode - ist sein [des Palermitaners] Hang! Ich führe Sie izt in eine Kirche, wo ein Kadaver aufgestellet ist, und ins Totengewölbe der Kapuziner. Es war heute Nacht ein angesehener Mann gestorben, dessen Totenfeier mit seltener Pracht, in einer von den Hauptkirchen gefeieret ward. Denken Sie sich hier alles vereiniget, was das Auge nur blenden kann; die ganze Kirche mit einer zahllosen Menge von Wachskerzen erleuchtet, den Schmuck derselben ausgestellet, mit seltener Kunst, so dass durch die Strahlen der Lichter, ein blendender Glanz erzeuget ward.

Alles war dazu mit Gold und Flitterstaate behänget, mit den Wappen des Verstorbenen gezieret, und machete in der Tat, wenn man gleich das Ganze nicht genau anatomieren mussete, einen imponierenden Effekt. Eine feierliche Trauermusik, mit schönem Gesange begleitet, verbreitete einen religiösen Ton überall, und von Gold strotzende Pfaffen hielten Totenmessen.

Dies alles gefiel mir sehr! So einen Anblick, glaub' ich, hat man sonst nirgends; ich sah freilich hie und da im katholischen Lande ähnliche Totenfeier; aber beständig lag der Kadaver in einem bescheidenen Sarge; ihn auszieren, wie eine Drahtpuppe, das kann nur der Palermitaner, der nicht durch Pracht und Glanz allein seine Wichtigkeit zeigen zu können glaubet, sondern der keinen anderen Wunsch kennet, als seine von Gold strotzende, hohe Person öffentlich zur Verehrung auszustellen.

Dahin zielet alles im Leben, alles im Tode! Das Grabgewölbe lieget nicht tief unter der Erde, bestehet in verschiedenen breiten Gängen mit Nischen, ist geräumig, luftig und hell, und nicht mit schrecklichem Totengeruch angefüllet.

In jeder Nische stehet ein Kadaver, mit gesenktem Haupte, hohlen, tief liegenden Augen, hervorstehendem Kinn, und über einander geschlagenen Händen. Durchaus sind alle - wenn sie nicht gar zu lange gestanden haben - kennbar! Der Anblick ist schrecklich, aber seiner Neuheit wegen sehr auffallend! Fast alle sind sie in Kapuzinerkleidung gehüllet, und Fürst, Graf und Markis repräsentieren hier in dem Anzuge ihre Personen. Aber er verfehlet seinen Zweck, innigstes Mitleiden ist die einzige Empfindung, die das arme Gerippe erwecket!

Die wirklichen Kapuziner übrigens, die unter den forcierten fürstlichen und gräflichen Kapuzinern hier stehen, zeichnen sich durch eine Dornenkrone, und einen Strick um den Hals aus. Verschlossene Koffer sind überdies noch hier umher gesetzet, worin verschiedene Kadaver ruhen, die nicht die Eitelkeit aufgestellet zu werden, hatten.

Zu diesen haben die Verwandten den Schlüssel. Für schwärmerische Personen, die noch gern lange nach dem Tode ihrer Geliebten, in deren Gesellschaft zubringen mögen, hat diese Aufstellungsmethode viele Reize.

Eltern können im Zirkel ihrer verstorbenen Kinder, Freunde in dem ihrer Freunde, die mit bleibender Ähnlichkeit ihnen hier erhalten werden, noch lange nach dem Tode umherwandeln. Die Art, wie man die Toten zu dieser Nichtverwesung bereitet, ist folgende. Auf die Querbretter leget man die Kadaver gleich nach ihrem Tode, sicheret alsdann die Kammer vor jedem Eindringen von Luft, und mauret sie fest zu.

Ohne weitere Präparation trocknen alsdann, innerhalb sechs Monaten, Körper von gewöhnlicher Statur, gehörig aus, so dass sie in den Totensaal aufgestellet, und mit der Kapuzinerkleidung beleget werden können. Man heftet sie alsdann mit Haken und Ösen an die Wand der Nische, und da stehen sie nun, mit hängendem Kopfe, sonst in stolzer, gerader Positur. Sind die Menschen ungewöhnlich dick gewesen, so müssen sie wohl acht Monate liegen, aber dann sind sie auch eben so gut vor der Verwesung gesicheret.

Ein dort aufgestelleter Kapuziner muss ein Koloss von Dicke gewesen sein. Noch izt, nachdem er schon einige Jahre aufgestellet ist, möchte man an zu schwitzen fangen, wenn man ihn nur ansiehet. Catacombe del Cappuccini Palermo, Donnerstag, den Man zeigte uns heute das Medaillenkabinett des Prinzen Torremuzza.

Da man aber doch einmal anfangen muss, so bequemte ich mich und hatte davon viel Vergnügen und Vorteil. Aus diesen Schubkasten lacht uns ein unendlicher Frühling von Blüten und Früchten der Kunst, eines in höherem Sinne geführten Lebensgewerbes und was nicht alles noch mehr hervor.

Der Glanz der sizilischen Städte, jetzt verdunkelt, glänzt aus diesen geformten Metallen wieder frisch entgegen. Leider haben wir andern in unserer Jugend nur die Familien-Münzen besessen, die nichts sagen, und die Kaiser-Münzen, welche dasselbe Profil bis zum Überdruss wiederholen: Bilder von Herrschern, die eben nicht als Musterbilder der Menschheit zu betrachten sind. Wie traurig hat man nicht unsere Jugend auf das gestaltlose Palästina und auf das gestaltverwirrende Rom beschränkt!

Sizilien und Neugriechenland lässt mich nun wieder ein frisches Leben hoffen. Dass ich über diese Gegenstände mich in allgemeine Betrachtungen ergehe, ist ein Beweis, dass ich noch nicht viel davon verstehen gelernt habe; doch das wird sich mit dem übrigen nach und nach schon geben.

Heute am Abend ward mir noch ein Wunsch erfüllt, und zwar auf eigene Weise. Zwar beträgt dieses Einsammeln niemals viel, aber der Gegenstand bleibt doch im Andenken, und oft vermachen diejenigen, welche bei Lebzeiten zurückhielten, schöne Summen zu solchem Zweck. Kein Fürst in der Welt hätte mehr geleistet.

Dagegen sagte der Kaufmann: