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Auch zum Wochenausklang am Freitag gibt es ein Schauspieler-Duell:

Geschichte

Geographie

Hiermit wird eine präzise Diagnostik insbesondere von Leberveränderungen möglich. Gas und Knochen verhindern die Ausbreitung der Ultraschallwellen. Anders als bei anderen bildgebenden Verfahren gibt es keine standardisierte Ausbildung. Die Doppler-Sonografie ist während der Schwangerschaft nicht völlig risikofrei. Sie kann zu einem biologisch signifikanten Temperaturanstieg im durchschallten Gewebe führen. Insbesondere aufgrund der potentiellen Gefahr einer Schädigung zerebraler Strukturen wird die Doppler-Sonografie auf die zweite Schwangerschaftshälfte sowie auf Fälle bestimmter Indikationen beschränkt wie etwa Verdacht auf fetale Fehlbildungen oder abnormales Herzfrequenzmuster.

Bei der Verwendung der Doppler-Sonografie muss daher eine genaue Abwägung zwischen dem Nutzen und den Risiken der Untersuchung erfolgen. Der Grundgedanke der Sichtbarmachung von Strukturen durch Schall geht auf militärische Anwendungen des seit bekannten Effekts zur Erzeugung piezoelektrischer Schallwellen zurück. Zu medizinischen Anwendungen eignete sich das Verfahren nicht, denn die Intensität der Schallwellen war so stark, dass von ihnen getroffene Fische zerbarsten.

In der Zeit zwischen den Kriegen entwickelten der Russe S. Firestone ultraschallgestützte Verfahren zur Aufdeckung von Materialfehlern in Werkstoffen. Er nannte sein Verfahren Hyperphonographie. Seit dem Ende der er Jahre entwickelte sich die Sonografie gleichzeitig innerhalb verschiedener medizinischer Fachrichtungen. Howry — und Joseph H. Im selben Zeitraum erfolgten erste Anwendungen in der Augenheilkunde G.

Hughes, sowie der Gynäkologie Ian Donald. Eine erste Anwendung des Doppler-Prinzips Bewegungsdetektion anhand des Dopplereffektes erfolgte durch den Japaner Shigeo Satomura — , das sich schnell einen Platz in der Angiologie und der Kardiologie erschloss.

Farbkodierte Doppler-Darstellungen waren jedoch erst seit den er Jahren mit der Verfügbarkeit leistungsstarker Rechner möglich. Per Kabel daran angeschlossen ist eine auswechselbare Ultraschallsonde , auch Schallkopf genannt.

Die Ultraschallwellen werden mit in der Sonde angeordneten Kristallen durch den piezoelektrischen Effekt erzeugt und auch wieder nachgewiesen. Von Bedeutung für die Schallausbreitung in einem Material ist die Impedanz , also der Widerstand, der der Ausbreitung von Wellen entgegenwirkt.

Dieser Unterschied ist zwischen Luft und z. Wasser besonders stark ausgeprägt siehe unten im Kapitel Physikalische Grundlagen , deshalb muss die Ultraschallsonde mittels eines stark wasserhaltigen Gels angekoppelt werden, damit der Schall nicht von Lufteinschlüssen zwischen dem Sondenkopf und der Hautoberfläche reflektiert wird.

Die Sonde sendet kurze, gerichtete Schallwellenimpulse aus, die an Gewebe-Grenzschichten und in inhomogenen Geweben unterschiedlich stark reflektiert und gestreut werden, was als Echogenität bezeichnet wird.

Aus der Laufzeit der reflektierten Signale kann die Tiefe der reflektierenden Struktur ermittelt werden. Strukturen geringer Echogenität werden dunkel bzw. Gering echogen sind vor allem Flüssigkeiten wie Harnblaseninhalt und Blut. Von den Monitorbildern werden zur Dokumentation Ausdrucke, sogenannte Sonogramme, oder gelegentlich Videoaufnahmen gemacht.

Schwangeren wird häufig auch ein Bild ihres ungeborenen Kindes überlassen. Ein verwandtes Untersuchungsverfahren ist die Optische Kohärenztomografie. Dort wird jedoch Licht statt Schall verwendet, dementsprechend sind die Eindringtiefen gering. Es wird nicht die Laufzeit, sondern die relative optische Weglänge anhand von Interferenz ausgewertet.

Ein elektrischer Impuls eines Hochfrequenzgenerators wird im Schallkopf durch den piezoelektrischen Effekt in einen Schallimpuls umgesetzt und ausgesendet. Die Schallwelle wird an Inhomogenitäten der Gewebestruktur teilweise oder vollständig gestreut und reflektiert. Ein zurücklaufendes Echo wird im Schallkopf in ein elektrisches Signal gewandelt.

Der darauffolgende Schallimpuls wird bei den zweidimensionalen Verfahren wie dem am häufigsten benutzten B-Mode durch automatisches mechanisches oder elektronisches Schwenken der schallerzeugenden Sonde in eine leicht andere Richtung ausgestrahlt. Dadurch scannt die Sonde einen gewissen Bereich des Körpers und erzeugt ein zweidimensionales Schnittbild.

Der nächste Impuls kann erst ausgesendet werden, wenn alle Echos des vorherigen Ultraschallimpuls abgeklungen sind. Somit ist die Wiederholrate abhängig von der Eindringtiefe; das ist die maximale Reichweite in das Untersuchungsobjekt hinein.

Es muss also stets die höchstmögliche Frequenz gewählt werden, die gerade noch eine Untersuchung in der gewünschten Tiefe ermöglicht, um die bestmögliche Auflösung zu erreichen. Die Laufzeit des Schallimpulses zum Herzen beträgt dann. Bis das Echo wieder am Schallkopf ankommt, vergeht die doppelte Zeit. Eine Ultraschalluntersuchung kann je nach Anforderung mit verschiedenen Ultraschallsonden und unterschiedlicher Auswertung und Darstellung der Messergebnisse durchgeführt werden, was man als Mode engl.

Die Bezeichnungen in der Raster Ultraschallmikroskopie engl.: Das von der Sonde empfangene Echo wird in einem Diagramm dargestellt, wobei auf der x-Achse Zeitachse die Eindringtiefe und auf der y-Achse die Echostärke abgetragen wird. Je höher der Ausschlag der Messkurve, desto echogener ist das Gewebe in der angegebenen Tiefe.

B-Mode B für englisch brightness modulation ist eine andere Darstellung der Information des Amplituden-Modus , bei der die Echointensität in eine Helligkeit umgesetzt wird. Durch mechanisches Bewegen der Sonde überstreicht der Messstrahl eine Fläche in einer Ebene ungefähr senkrecht zur Körperoberfläche.

Im 2D-Echtzeitmodus , der derzeit häufigsten Anwendung des Ultraschalls, wird ein zweidimensionales Schnittbild des untersuchten Gewebes durch automatische Verschwenkung des Messstrahls und Synchronisierung der B-mode -Darstellung in Echtzeit erzeugt. Das Schnittbild wird dabei aus einzelnen Linien zusammengesetzt, wobei für jede Linie ein Strahl ausgesendet und empfangen werden muss. Die Form des erzeugten Bildes hängt dabei vom eingesetzten Sondentyp ab.

Je nach Eindringtiefe und Sondentyp können nur einige wenige oder bis zu über hundert zweidimensionale Bilder pro Sekunde dargestellt werden. Die Amplitude des Signals wird auf der vertikalen Achse dargestellt; die von den hintereinander liegenden Impulsen erzeugten Echozüge sind auf der horizontalen Achse gegeneinander verschoben. Diese Achse stellt also die Zeitachse dar.

Bewegungen des Gewebes bzw. Die M-Mode-Darstellung ist häufig mit dem B- bzw. Ihre Hauptanwendung findet diese Untersuchungsmethode in der Echokardiografie , um Bewegungen einzelner Herzmuskelbereiche und der Herzklappen genauer untersuchen zu können. Als weitere Applikation wurde in den letzten Jahren Anfang des Jahrhunderts die dreidimensionale Echografie entwickelt.

Für ein dreidimensionales Bild wird zusätzlich zum Scan in einer Ebene ein Schwenk der Ebene vollzogen. Der Flächenscanwinkel wird gleichzeitig mit dem zweidimensionalen Bild abgespeichert.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung einer zweidimensionalen Anordnung von Ultraschallwandlern in einem sogenannten Phased Array siehe Ultraschallsonde , bei der nicht mechanisch, sondern elektronisch ein Schwenk des Strahles durchgeführt wird.

So können dann Darstellungen von Schnittebenen aus beliebigen Blickwinkeln auf das Objekt erzeugt oder virtuelle Reisen durch den Körper gestaltet werden. Die Aussagekraft der Sonografie kann erheblich durch die Anwendung des Doppler-Effekts erhöht werden. Der Doppler-Effekt tritt immer dann auf, wenn Sender und Empfänger einer Welle sich relativ zueinander bewegen.

Das reflektierte Signal ist um eine bestimmte Frequenz im Vergleich zur vom Schallkopf ausgesandten Frequenz verschoben: Aus ihrem Vorzeichen lässt sich die Flussrichtung rekonstruieren. Da das Doppler-Prinzip winkelabhänging ist und die Kosinus -Funktion in die Geschwindigkeitsberechnung eingeht, kommt es infolge des sich mit zunehmendem Winkel ändernden Anstiegs der Kosinus-Funktion zu unterschiedlich starken Einflüssen gleicher Winkelmessfehler auf die errechnete Geschwindigkeit.

Die Kurpfalz war somit ins Zentrum der konfessionellen Auseinandersetzungen geraten. Hunger und Pest taten ihr Übriges. Aus dem zerstörten Mannheim flohen einige jüdische Familien nach Mosbach und gründeten in der Folge erneut eine jüdische Gemeinde. Nach Beendigung des Pfälzischen Erbfolgekrieges konnte sich unter Jan Wellem daher in den calvinistischen Gebieten der Kurpfalz, zu denen auch Mosbach gehörte, zwar eine Erholung, aber keine Blüte einstellen.

Jan Wellem blieb bei seinen Untertanen am Neckar daher auch eher unbeliebt. In dieser Situation wurde die Trennmauer in die Stiftskirche eingezogen, da Jan Wellem schon tolerant genug war, andersgläubigen Untertanen den Glauben nicht verbieten zu wollen, gleichzeitig dem Katholizismus dennoch eine besondere Förderung angedeihen lassen wollte. Philipp setzte jedoch für die Region am Neckar ein Aufschwung ein. Auch für Mosbach hatte der Reichsdeputationshauptschluss in politischer Hinsicht einschneidende Konsequenzen: Das Handwerk verlor an Bedeutung, dafür wurde Mosbach als Verwaltungsstandort zentral in seiner Bedeutung für das ländliche Umfeld.

Zunächst gab es ein Stadtamt sowie ein Erstes und ein Zweites Landamt. Diese wurden zum Bezirksamt Mosbach vereinigt. In der Folge stellte sich auch tatsächlich ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Alter Bahnhofweg hin zu seiner heutigen Position. Die Streckenführung war lange umstritten und die letztendliche Einigung und der schnelle Bau der Strecke ist in weiten Teilen dem Einsatz des Mosbacher Bürgermeisters Jakob Renz zu verdanken, der dafür mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde.

Die Umsetzung scheiterte jedoch. Beim Novemberpogrom wurde die um erbaute Synagoge in der Frohndbrunnengasse zerstört und das Inventar auf dem Marktplatz verbrannt.

An der Stelle der Synagoge wurden später zwei Garagen errichtet. Eine erste Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte geschah um durch das Anbringen einer Gedenktafel an jenen Garagen. Im Rahmen der über zwei Jahrzehnte andauernden Altstadtsanierung wurden die Garagen abgerissen und an ihrer Statt eine Gedenkstätte errichtet. Gleichfalls schwer geschändet wurde der jüdische Friedhof am Kapellenweg. Dort erinnert ein Gedenkstein an die jüdischen Opfer der Shoa.

Die Häftlinge sollten in die Gipsstollen Fabrikationsräume hauen. Gefangen waren sie zunächst in der Schule im Ortsteil Neckarelz. Unter ihnen bildeten die KZ-Häftlinge die Hauptgruppe. Mosbach, insbesondere die alte Kernstadt, ist während des Zweiten Weltkrieges weitgehend von Luftangriffen verschont geblieben. Der Feuerschein der nach Luftangriffen brennenden Städte Heilbronn am 4. Dezember und Pforzheim am Februar war jedoch in Mosbach zu sehen und machte den Bewohnern die Lage eindrücklich.

Angriffe auf Mosbach erfolgten hauptsächlich nicht durch Bombenangriffe, sondern — nachdem die Flugabwehr vollständig ausgeschaltet war — durch Jagdflugzeuge vermittels deren Bordwaffen, deren Piloten offenbar vergleichsweise frei in ihren Entscheidungen waren. Im März sprengten nach Südosten hin abrückende deutsche Truppen die einzige Neckarbrücke im weiteren Umkreis, um den Alliierten — der von Heidelberg her anrückenden Die gesprengte Neckarbrücke konnte die Amerikaner freilich nicht lange aufhalten.

An den Osterfeiertagen überquerten sie den Neckar und rückten von Neckarelz kommend nach Mosbach ein. Insbesondere dem couragierten Verhalten des in diesen Tagen mit den Geschäften des Bürgermeisters betrauten Wilhelm Kapferer ist es zu verdanken, dass die Stadt kampflos übergeben wurde und es zu keinen Zerstörungen oder Opfern bei der Einnahme kam.

Aufgrund der vergleichsweise geringen Bedeutung der Bahnstrecke Meckesheim—Neckarelz wurde die Neckarbrücke nach dem Krieg nicht mehr wiedererrichtet und der Bahnabschnitt Obrigheim—Neckarelz wurde am 9.

Zahlreiche Heimatvertriebene strömten in die von Zerstörungen weitgehend verschont gebliebene Stadt. Die Strom- und Wasserversorgung der Stadt waren marode, der Wohnraum war knapp, die wenige örtliche Industrie bot nicht genügend Arbeitsplätze.

Die positive Entwicklung von den er bis zu den er Jahren ist das Verdienst des Bürgermeisters Werner Tarun, der überraschend ins Amt gewählt wurde.

Cäcilia, sondern bis auch Landtagsabgeordneter war, und dessen Baugenossenschaft Neue Heimat bis in Mosbach weit über 3. Etwas später entstand in Richtung Nüstenbach das Masseldorn. Der Landkreis Mosbach wurde im Zuge der Kreisreform zum 1. Mosbach wurde Kreisstadt des neuen Landkreises. Ab den er Jahren wurde mit der Sanierung der Altstadt begonnen. Eine örtliche Initiative versuchte vergeblich, einen Ensembleschutz als Gesamtanlage zu erwirken. Besonders kritisiert wurde das am Rande der Altstadt errichtete Pfalzgrafenstift , das nicht nur die historische Dachlandschaft, sondern auch den Blick vom so genannten Malerwinkel beeinträchtigt, sowie der Knödlerbau an der Alten Bergsteige, der als Geschäftshaus geplant war, dann jedoch lange Zeit leerstand.

Im Zusammenhang mit der Altstadtsanierung wurde der Bachlauf der Elz renaturiert. Die Peripherie der Altstadt wurde auch nach der Gartenschau weiter umgestaltet. Folgende Gemeinden wurden nach Mosbach eingegliedert beziehungsweise mit Mosbach zusammengeschlossen:. Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand zwischen und jedoch bereits inklusiv Nüstenbach, obwohl dieser Ort erst eingegliedert wurde.

Ab war ein evangelischer Prediger in Mosbach tätig; im Jahre wurde der römisch-katholische Gottesdienst in der alten Kirche St.

Cäcilia abgeschafft und diese wenig später zum Rathaus umgebaut. Die Reformation wurde offiziell — zunächst nach lutherischem Bekenntnis — eingeführt.

Ab war die Stadt nochmals vorübergehend bis lutherisch. Ab gab es lutherische Gemeindeglieder, die von Neckarzimmern aus versorgt wurden. Ab waren erstmals alle drei Bekenntnisse wieder zugelassen, und wurde eine eigene lutherische Gemeinde gegründet. Ab wurde die Stiftskirche St. Juliana von den Reformierten und den Katholiken simultan genutzt. Mosbach wurde Sitz eines Dekanats. Im Stadtgebiet Mosbachs gibt es folgende evangelischen Kirchengemeinden: Im Stadtgebiet Mosbachs gibt es heute folgende Kirchengemeinden: Josef in der Kernstadt mit den Kirchen St.

Juliana, Maria Königin, St. Bruder Klaus in der Waldstadt, St. Josef Sattelbach und Herz Jesu Reichenbuch. Danach wurden Behörden in den Gebäuden untergebracht. Das heutige Landgericht Mosbach befindet sich in den Mauern dieses Klosters. Ferner gibt es in Mosbach auch Freikirchen. Mosbach ist darüber hinaus Sitz des Missionswerks Operation Mobilisation e.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mosbach geht nachweislich bis auf das Bereits im Mittelalter litt die Gemeinde unter schweren Verfolgungen. Juli während des Rintfleisch-Pogroms wurden 55 Juden ermordet. Die neuzeitliche jüdische Gemeinde entstand im Mehrere jüdische Familien flohen aus dem durch französische Truppen zerstörten Mannheim nach Mosbach.

Vermutlich während Ende des Jahrhunderts wurde in der Frohndbrunnengasse eine Synagoge erbaut. Zur Einrichtung eines Bezirksrabbinats kam im Jahre in Mosbach. Während der NS-Zeit wurden von den jüdischen Personen mindestens 38 ermordet.

Die Baugeschichte ist nicht von Beginn an dokumentiert; dafür ist ein Beleg zur Erneuerung der Inneneinrichtung durch eine Gemeindeversammlung vom Die wachsende Gemeinde benötigte die Anpassung an die neuen Erfordernisse. Während der Novemberpogrome wurde die Synagoge zerstört.

Der Gemeinderat der Stadt Mosbach setzte sich nach den vergangenen Kommunalwahlen wie folgt zusammen Zusätzlich gibt es in den etwas weiter von der Kernstadt entfernten Stadtteilen Lohrbach, Reichenbuch und Sattelbach jeweils einen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

Die Ortschaftsräte werden bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung der Ortschaft gewählt und sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Bücher sind für sie allerdings in der Kindheit schon genauso wichtig wie das tägliche Üben am Klavier. In einem Interview sagt sie: Ich habe Literatur studiert, am Theater, beim Film, in Verlagen, beim Radio und für Zeitungen gearbeitet, und jetzt schreibe ich eben Bücher.

Und die sind immer ein Stück weit politisch orientiert: Was nahezu alle Geschichten verbindet: Sie wächst zweisprachig auf und verbringt einen Teil ihrer Schulzeit auf der Insel. Später studiert sie in Durham und lebt zeitweise in Newcastle, Edinburgh und London. Die sozialen Unterschiede und Ungerechtigkeiten sind sehr viel deutlicher als in Deutschland.

Viele der Charaktere, über die ich schreibe, passen für mich nicht nach Deutschland. Es wären sofort andere Geschichten. Nach dem Abitur beginnt sie, deutsche und englische Literaturwissenschaften zu studieren und wird Stipendiatin der Studienstiftung. An das Auswahlverfahren erinnert sich die Autorin noch sehr lebhaft: Die Abiturientin erkundigt sich zunächst bei ihrem Schulleiter über die Studienstiftung.

Der nimmt ihr sofort jeden Mut und empfiehlt ihr, sich gar nicht erst zu bewerben. Und als ihr jemand erzählt, dass die Studienstiftung angeblich nur selten Anglistinnen fördere, sieht sie ihre Chancen noch tiefer sinken. Mich hat vor allem überrascht, mit welchem Selbstverständnis ich mit meiner gesamten Persönlichkeit akzeptiert wurde.

Ein Gefühl, dass ich aus Schulzeiten und aus dem familiären Umfeld so nicht kannte und das mir sehr gut tat. Ich bin ja kein sehr einfacher Mensch und hatte schon immer etwas andere Interessen als Gleichaltrige. Letztlich habe ich es der Studienstiftung zu verdanken, dass ich meinen doch recht eigenwilligen Weg eingeschlagen und verfolgt habe. Er macht ihr in persönlichen Gesprächen Mut, sich an Theatern zu bewerben und ihre Möglichkeiten hier auszuloten.

Eine überstandene Krebserkrankung verändert ihr Leben. Hinzu kam, dass die Entscheidung in einen Zeitraum fiel, in dem ich sehr krank war und nicht wusste, wie es weitergehen würde.

Der Studienstiftung fühlt sich die Schriftstellerin bis heute verbunden: Ich habe ihr viel zu verdanken, also möchte ich etwas zurückgeben. Künftigen Stipendiaten rät sie, offen für Neues zu bleiben, mit Menschen aus anderen Fachgebieten in Kontakt zu bleiben und die Angebote der ideellen Förderung wahrzunehmen: Sie engagiert sich darüber hinaus sehr für Frauen in der Buchbranche, sei es auf Podien, in ihren Online-Artikeln und Blogs.

Das so simple wie geradlinige Konzept: Veröffentlicht werden nur Bücher, die den zwei Verlegern gefallen. Diese Farben werden von der international renommierten Künstlerin nicht nur mit einem Pinsel, sondern auch mittels einer druckbetriebenen Sprühpistole kompromisslos auf unterschiedlichste Materialien aufgetragen.

Katharina Grosse erschafft Welten, die über den traditionellen Leinwandrahmen der Malerei weit hinaus in den Raum greifen. Welche Magie diesen Möglichkeitsräumen inne liegt, konnte unter anderem auf der Biennale in Venedig erlebt werden: In der raumfüllenden Installation vibrieren die Farbpigmente und Grosse inszeniert ihre Malerei so, dass es wirkte, als entlade sich die Farbe selbst auf den Erdaufschüttungen und Stoffbahnen.

Die Bewohner Philadelphias wiederum müssen für diese Erfahrung nicht einmal ins Museum gehen, sondern lediglich ein Zugticket lösen. Die Künstlerin bemalte komplette Landschaftszüge, Warenhäuser, Zugunterführungen entlang des Bahnkorridors. Die Pendler können heute Spuren dieser Malerei sehen, die vielerorts nur aus dem Zug wahrzunehmen ist.

Die in Freiburg im Breisgau geborene Künstlerin entscheidet sich zunächst für das Studium der Anglistik und Kunstgeschichte. Bereits während dieses wissenschaftlichen Studiums an der Ruhr-Universität in Bochum ist sie Stipendiatin der Studienstiftung. Auf die Theorie folgt der Weg in die Praxis. Katharina Grosses Arbeiten fallen bereits kurz nach dem Studium durch ihre Frische, Radikalität und Energie auf, sodass sie gleich von zwei Stellen für das postgraduelle Karl Schmidt-Rottluff Stipendium vorgeschlagen wird.

Höhepunkt ihrer aktiven Stipendiatenzeit, die von bis dauert, ist die in der Kunsthalle Düsseldorf präsentierte Gruppenausstellung. In dieser Zeit wachsen ihre Arbeiten ins Installative und erobern die sie umgebenden Räume. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Diese Explorationen benötigen Platz — das passende Atelier ist für die Künstlerin also eine Notwendigkeit, die sie sich während ihrer Förderzeit dank des Schmidt-Rottluff Stipendiums leisten kann, wie sie in einem ihrer Semesterberichte bemerkt.

Gleichzeitig gibt sie die eigene Fördererfahrung auf vielfältige Weise zurück — wie in ihrem intensiven Engagement für die Künstlerförderung der Studienstiftung und das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, für die sie schon mehrfach als Jurymitglied tätig war. Und sie bekommt in dem Moment, in dem der Raum mit Bedeutung aufgeladen wird, eine kulturelle und eben auch politische Dimension.

Genau hier nimmt die in Unna geborene Friederike Fless ein Studium der Kunstgeschichte auf, in den Nebenfächern: Klassische Archäologie und Geschichte. In den ersten drei Semestern verlagert sich der Schwerpunkt ihrer Interessen jedoch: Ihre Dissertation beschäftigt sich mit Opferdarstellungen römischer Reliefs und vereint die kunsthistorische und archäologische Perspektive. Im Fokus steht für Fless weniger die formale Darstellungsweise, sondern die historischen Aussagen und politischen Absichten hinter den Bildern.

Während des letzten Jahres ihrer Promotion wird Fless von der Studienstiftung unterstützt. Stärker prägend als die nur knapp einjährige Förderzeit, in der sie rege am Stipendiatenleben in Mainz teilnimmt, betrachtet sie rückblickend jedoch die Zeit als aktive Ehemalige: Für die Promotionsförderung der Studienstiftung führt sie zahlreiche Auswahlgespräche, in denen sie viele innovative archäologische Forschungsthemen neu kennenlernt.

Besonders in Erinnerung ist ihr auch eine Sommerakademie in Olang geblieben, wo sie als Dozentin eine Arbeitsgruppe zu römischen historischen Reliefs sowie die Macht der Bilder und ihre ideologische und auch politische Nutzung leitet. Die erste Frau, die dieses Amt innehat. Die Fähigkeit, Fachkulturen zusammenzudenken und zu bringen, sieht Fless selbst als Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des DAI, das gut Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit beschäftigt, unter anderem an den Standorten Rom, Teheran und Peking.

Um zu verstehen, wie sich etwa Siedlungsstrukturen entwickelt haben, Macht ausgeprägt oder Landschaft genutzt wurde, bedient sich die Archäologie seit jeher geistes- und naturwissenschaftlicher Methoden. Noch immer sind Frauen als Führungskräfte in der Schifffahrt die Ausnahme.

Fink hatte jedoch lediglich zu Beginn ihrer Laufbahn das Gefühl, sie müsse die Arbeiten besser erledigen als ihre männliche Kollegen: Als Kapitänin muss sie sich ständig auf neue Situationen und Menschen einstellen und zügig Entscheidungen treffen: Aufgewachsen im niedersächsischen Steinau bei Cuxhaven, liebt sie schon als Kind das Wasser.

Mit ihrer Familie segelt sie in den Sommerferien auf dem elterlichen Boot durch die schwedischen Schären — traumhafte Kindheitserinnerungen und der Grundstein für ihre Leidenschaft und den späteren Beruf.

Angst hat sie keine. Ihr Berufswunsch nimmt indes immer konkretere Formen an. Die Sommerferien zwischen der In der Reederei lässt sie sich nach dem Abitur zur Schiffsmechanikerin ausbilden — und ist dabei fast immer die einzige Frau an Bord.

Und dennoch kamen alle auf ihre Kosten, weil reihum einer der beiden langsam mit mir ging und der andere schon mal den Weg erkundete oder kleine Extratouren lief. In ihrer Förderzeit sind intensive Freundschaften entstanden, die bis heute andauern. Ich erinnere mich, wie wir intensiv über die Gestaltungsmöglichkeiten und Herausforderungen in meinem zukünftigen Beruf diskutierten. Das Gespräch war ein echter Austausch und hatte so gar nichts von einer Prüfung.

Das Gespräch hat viel in mir bewegt und mich auf meinem weiteren Werdegang begleitet. Seedje Katharina Fink engagiert sich heute selbst in der Auswahlarbeit der Studienstiftung. Wann immer sie Landurlaub hat, nimmt sie an einem der Seminare teil: Auch die Entscheidungsfindung ist immer wieder ein fordernder Prozess, obwohl mein Beruf oft von mir verlangt, Menschen innerhalb kurzer Zeit möglichst präzise einzuschätzen.

Routine im Arbeitsalltag ist für die Kapitänin ohnehin ein Fremdwort. Fast jeden Morgen wacht sie an einem anderen Ort auf. Ihr Tagesablauf richtet sich danach, wo sich ihr Arbeitsplatz gerade befindet und was sich rund ums Schiff abspielt.

Ist der Frachter beispielsweise an der Küste unterwegs, bestimmen der Hafenfahrplan und der Schiffsverkehr den Rhythmus. Auch der Panamakanal reizt sie, der jedoch bis zur Fertigstellung des Kanalausbaus zu schmal für ihr jetziges Schiff ist.

Als Kind übernimmt sie in ihrer Familie oft die Rolle der Versöhnerin: Aber wenn vier temperamentvolle Familienmitglieder ein Wochenende auf einem Boot verbringen, führt das fast immer zu Krach. Das Glück ihrer Familie ist der zweifachen Mutter bis heute wichtiger als jede Auszeichnung — und von denen werden der engagierten Demokratin und überzeugten Europäerin im Laufe ihres Lebens viele zugesprochen: Doch alle Tiefen und Höhen haben die Wissenschaftlerin und Politikerin mit der charakteristischen Hochsteckfrisur nie verbittert.

Bis heute strahlt sie Stärke, Zuversicht und Vertrauen aus und übernimmt mit Leidenschaft Verantwortung: So verstecken ihre Eltern im letzten Kriegsjahr ein jüdisches Mädchen vor den Nationalsozialisten. In jener Zeit lernt sie Alexander Schwan kennen und heiratet ihn Die Studienstiftung nimmt die junge Frau bereits auf und fördert sie bis Besonders positive Erinnerungen hat sie an die Stipendiatentreffen, die sie genutzt hat, um mit anderen Studienstiftlern rege zu diskutieren.

Viele Jahre später kehrt sie als Professorin auf eine der Sommerakademien der Studienstiftung zurück und unterrichtet in St. Für ihre Recherchen reist sie nach Warschau und Krakau.

Sie selbst betrachtet diese Arbeit als Weichenstellung für ihren weiteren Lebensweg. Die Auseinandersetzung und Verständigung mit Polen wird sie ab da suchen — und prägen. Es folgen Forschungsaufenthalte in Washington D. Von bis ist sie Dekanin am Otto-Suhr-Institut. An der wieder errichteten östlichsten deutschen Universität studieren zu jenem Zeitpunkt etwa 5. Das Persönliche und das Politische. Neun Jahre lang leitet sie erfolgreich die Geschicke der Hochschule und setzt auf Interkulturalität und Mehrsprachigkeit von Studiengängen, die zu jenem Zeitpunkt in Deutschland noch Ausnahme sind.

Auch nach dieser Zeit bleibt Schwan der Viadrina verbunden. Sie engagiert sich im Seeheimer Kreis, der in den er Jahren neomarxistischen Positionen in der Partei entgegentritt. Die Antikommunistin und Querdenkerin arbeitet in vielen politischen Gremien mit. Aber die Frage, ob ich deshalb meine kritische Position gegen Willy Brandts späte, eingleisig gewordene Ostpolitik aufgeben sollte, hat sich mir überhaupt nicht gestellt.

Es ging mir um die polnischen Dissidenten. Medialer Höhepunkt ihrer politischen Laufbahn ist die zweimalige Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin. Sowohl als auch unterliegt sie ihrem Gegenkandidaten Horst Köhler.

Doch auch von diesen öffentlichen Niederlagen lässt sich die Politikerin nicht unterkriegen: Sie kämpft weiterhin für ihre Werte und blickt nach vorn: Das spiegelt sich in seinem Lebenslauf wider: Zusätzlich arbeitet er für Wissenschaftsorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, gibt wissenschaftliche Journals heraus und engagiert sich in forschungsbezogenen Kuratorien, Gremien und Akademien.

Sein Enthusiasmus, mit dem er sowohl Forschung als auch Forschungspolitik betreibt bleibt nicht unbemerkt: Der Chemiker wird mit zahlreichen Forschungs- Preisen und nicht weniger als acht Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. Sein Weg in die Wissenschaft war dabei alles andere als selbstverständlich. Es folgt eine rasante Hochschulkarriere: Nur acht Jahre nach dem Abitur ist er bereits habilitiert, erhält den Ruf an die TU Berlin und forscht an den verschiedensten Institutionen weltweit.

In seinen Arbeiten untersucht er Schritt für Schritt, wie chemische Reaktionen wie Oxidation oder Reduktion genau ablaufen und kombiniert theoretische Ansätze etwa mit massenspektrometrischen Verfahren, die es erlauben, die Reaktionen unabhängig von Umwelteinflüssen zu beobachten.

Für die physikalisch-organische Chemie leistet er so einen entscheidenden Beitrag — der mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis und mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt wird. Dieser Austausch ist ein zentrales Thema für Helmut Schwarz. Besonders sind ihm die Gespräche bei den Sommerakademien in Erinnerung geblieben. Diese Erfahrung will der Wissenschaftler weitergeben. Als Dozent kehrt er zudem zu den Sommerakademien zurück, die er als ebenso lohnend erlebt wie zu seiner Stipendiatenzeit.

Mit den dramatischen Umwälzungen, die dieser Fortschritt bringen könnte, beschäftigt sich auch ihr Anfang erschienener neuer Roman.

Grenzen zu überschreiten und ihren eigenen Weg zu gehen, das lernt Thea Dorn schon während ihres Studiums der Philosophie und Theaterwissenschaften, welches sie über Frankfurt und Wien nach Berlin führt. Die Kraft, sich Fach- und Studienortszweifeln zu stellen und dabei treu zu bleiben, zieht sie auch aus der Aufnahme durch die Studienstiftung: Da ist diese sehr ehrwürdige Institution, die an dich glaubt.

Ab , da ist die gerade 21 Jahre alt, schreibt sie für die FAZ, drei Jahre später veröffentlicht sie ihr erstes Buch. Die Werke von Thea Dorn sind akribisch recherchiert, historische und fachliche Richtigkeit sind für die Autorin essenziell: Auch wenn Thea Dorn in manchem Interview ihrem Unmut über das deutsche Bildungsbürgertum — oder vielmehr dessen Abwesenheit — Ausdruck verleiht, so glaubt sie doch an die Liebe der Deutschen zur Sprache: Heute lebt und schreibt die Autorin in Berlin, wo sie von bis auch als Dozentin für Philosophie an der Freien Universität gearbeitet hat.

Wie damals schon ihren Studenten, so rät sie auch den aktuellen Stipendiaten der Studienstiftung, sich nicht verrückt machen zu lassen von Arbeitsmarkt und Rentenvorsorge. Querdenker, Weltenwanderer und Pädagoge: Jürgen Zimmer setzt sich für die Menschen am Rande der Gesellschaft ein und begleitet sie dabei, neue Wege nicht nur zu denken, sondern auch zu gehen. Das meint für Zimmer: Armut durch eine möglichst erstklassige Bildung und intelligentes Entrepreneurship bekämpfen.

Dafür macht er sich in vielzähligen Bildungsprojekten weltweit stark. Auch in der bildungspolitischen Landschaft in Deutschland hat er seine Spuren hinterlassen.

Sein Name ist mit dem Situationsansatz verbunden, den er in den er Jahren begründete — damals als Leiter des Arbeitsbereichs Vorschulerziehung im Deutschen Jugendinstitut. Das Konzept trägt bis heute zur Qualitätsentwicklung und Qualifizierung in der Kindergarten- und Vorschullandschaft bei. Der Ansatz verbreitete sich in den er Jahren in nahezu allen westdeutschen und in den er Jahren in den ostdeutschen Bundesländern.

Eine Erfolgsgeschichte, die längst auch auf internationaler Ebene wurzelt: Zimmer knüpft Freundschaften, verbringt endlose Tage mit dem Faltboot auf dem Bodensee und besucht das Gymnasium auf der Lindauer Insel. So aber wurde ich strafversetzt — nach Salem — und musste mich zwischen Jugendlichen zurechtfinden, deren Eltern — nie gewesen? Trotz dieser Umstände besteht Zimmer nicht nur sein Abitur, sondern gewinnt auch noch zwei Preise für den besten Abituraufsatz in Baden-Württemberg und wird von seiner Schule für ein Stipendium der Studienstiftung vorgeschlagen — und genommen.

Zimmers Verbindung zur Studienstiftung liegt quasi in der Familie: So auch von Heinz Haerten, der nach der Neugründung die Studienstiftung bis führte und auf Paeckelmanns Rat baute: Er wollte wissen, was seine Studienstiftler bewegte.

Er wollte Persönlichkeiten mit sozialer Verantwortung und moralischen Standards, die sie zu allererst zur eigenen Richtschnur machen. Durch die Studienstiftung wurde für mich selbstverständlicher, in interdisziplinären Teams zu arbeiten und Fachgrenzen nicht als verdinglicht wahrzunehmen.

Zimmers Lebensweg lässt sich jedoch weniger anhand der zahlreichen akademischen Stationen und Ehrungen erzählen, sondern am ehesten anhand von Projekten, Ideen und Kampagnen. Ich traf auf Kinder, die das tägliche Risiko aushielten, morgens aufzuwachen, ohne genau zu wissen, wie sie tagsüber satt werden könnten. Ich traf auf gebeutelte, starke, verletzte, widerstandsfähige Kinder, Kinder, die von klein auf an daran gewöhnt sind, ihr Überleben zu sichern.

Auch hier wieder sein Motto: Auch wenn Jürgen Zimmer sich seit mehr als einem Jahrzehnt offiziell im Ruhestand befindet, bleibt er unterwegs und vielerorts aktiv: Begabung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gehören für ihn untrennbar zusammen. Dort belegt sie Seminare zu Organisationsentwicklung und Public Management, die ihr Einblicke in Möglichkeiten der Organisationsveränderung im gemeinnützigen Sektor gewähren.

Insbesondere knüpft die Studentin interessante Kontakte. Zu den bereichernden Verbindungen zählt auch die zu Transparency International, einer Initiative gegen Korruption, bei der Susanna Krüger im Sommer ein Praktikum absolviert. So gründet sie nach Stellen beim Deutschen Entwicklungsdienst und der Weltbank in den Palästinensischen Gebieten ihre eigene Beratungsfirma GoodRoots, die die Entwicklung gemeinnütziger Organisationen unterstützt.

Die Verantwortung, sich für andere einzusetzen, ist für Susanna Krüger selbstverständlich. Insgesamt dreimal nimmt Andreas von Bechtolsheim an dem wissenschaftlichen Nachwuchswettbewerb teil, gewinnt er den Bundesentscheid im Fachbereich Physik. Ein kreativer Bastler ist von Bechtolsheim schon als Kind: Als Sechsjähriger baut er Radios zusammen, als Zwölfjähriger beschäftigt er sich mit Amateurfunk und digitaler Elektronik, und mit 16 baut er sein erstes Mikroprozessor-System für die Steuerung von industriellen Werkzeugmaschinen.

Die Faszination für Mikroprozessoren begleitet ihn sein ganzes Leben. An Einfallsreichtum, Ehrgeiz und glasklarer Logik hat es dem kreativen Genius, der gern Jeans und Birkenstock-Sandalen trägt, nie gefehlt. Doch es ist nie das Geld, das ihn antreibt: Nach dem Abitur studiert er ab zunächst an der TU München Elektrotechnik, ein Jahr später wird er in die Studienstiftung aufgenommen.

Doch die deutsche Informatikszene bietet ihm keine Perspektive. Allmählich reift in ihm der Gedanke, langfristig in den USA leben zu wollen. In den Semesterferien nutzt er nochmals das Angebot der Studienstiftung und nimmt an einer Sommerakademie im österreichischen Alpbach teil: Ich habe mich in Alpbach sehr glücklich gefühlt. Das Interesse an dieser Entwicklung ist hoch: Bis bleibt er bei Sun Microsystems Technologiechef, doch längst beschäftigt ihn eine neue Idee: Das damalige Netzwerk ist noch zu langsam für das digitale Zeitalter und muss schneller werden.

Von Bechtolsheim gründet mit Granite Systems seine zweite Firma, die Gigabit-Ethernet-Netzwerkschalter entwickelt, mit der sich riesige Datenmengen schnell austauschen und vermitteln lassen. Im Jahr gründet er die Firma Arista Networks, die Netzwerke für die Cloud herstellt und in diesem Bereich der Hauptkonkurrent der Firma Cisco geworden ist — und inzwischen auch über eine Milliarde Umsatz einfährt.

Als Unternehmer vereint von Bechtolsheim grundlegendes und augenblickliches Verständnis vom Potenzial und Nutzen einer Technik. Deswegen stellte ich auf der Stelle einen Scheck auf die Firma Google aus — obwohl diese offiziell noch gar nicht gegründet war.

Damit wollte ich Larry und Sergey motivieren, mit der Firma anzufangen. Ich habe versucht, meinen Lebensstil so wenig wie möglich zu verändern, und ich bin ein glücklicher Unternehmer und Forscher geblieben, der nach wie vor daran arbeitet, die Welt der Informationstechnologie zu verbessern und zu verändern.

Geboren wird Kermani als vierter Sohn iranischer Einwanderer. Er wächst im protestantisch geprägten Siegen auf. Schon während der Schulzeit beginnt er für die Regionalzeitung zu schreiben. Statt wie die drei älteren Brüder Medizin zu studieren, geht Kermani nach Köln und schreibt sich dort für Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaften ein. In der Rede, die er zur Verleihung des Friedenspreises halten wird, bringt er die Faszination, die für ihn von den Texten der islamischen Mystiker, Philosophen und Theologen — und des Koran — ausgeht auf den Punkt: Kermani wird in die Studienstiftung aufgenommen und reist mit einem Stipendium für Recherchearbeiten in den Libanon.

Nach dem sechsmonatigen Aufenthalt in Beirut kommt es zu einer denkwürdigen Episode: Wegen des langen Auslandsaufenthaltes droht ihm, der immer nur in Deutschland gelebt hat, ein Einreiseverbot. Durch die Zeit im Nahen Osten hat er seine Aufenthaltsgenehmigung verwirkt.

Es folgt eine nervenaufreibende Zeit in der Schwebe: Am Ende überzeugt auch das Stipendium: So nimmt Kermani von bis an der ersten Deutschen Islam Konferenz teil. Im selben Jahr erhält er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für sein literarisches und publizistisches Werk. Seine Dankesrede nutzt er unter anderem für einen Appell an die Weltgemeinschaft, den Krieg in Syrien zu beenden.

Bereits in seinem Lebenslauf an die Studienstiftung nimmt Kermani sich vor: Dieses Verständnis findet sich für Kermani auch im Kleinen: Marcel Odenbach gilt als einer der ersten und bis heute international bedeutendsten Künstler, der sich mit dem — seinerzeit noch wenig bekannten — Format Video auseinandergesetzt hat.

Hier lernt er erstmals Videoinstallationen als Kunstform kennen: Nach seiner Schulzeit führt ihn sein Weg zunächst nicht an eine Kunstakademie, sondern an die Technische Hochschule in Aachen, wo er ein Studium der Architektur, Kunstgeschichte und Semiotik aufnimmt.

Ausgerechnet im Architekturstudium trifft er wieder auf das Format Video — hier nicht als Kunstform, sondern als Arbeitsmittel, um Städte zu planen: Dann hätten die eigenen Arbeiten aber doch überhandgenommen. Aus diesem Grund habe ich auch — obwohl ich schon lange während meines Studiums wusste, dass ich später als freischaffender Künstler arbeiten wollte — die angefangene Ausbildung beendet.

Seine Videoarbeit kann der Jury allerdings zunächst nicht gezeigt werden, da es an der Kunsthochschule Braunschweig noch keine Möglichkeit gibt, die Videobänder vorzuspielen. Im zweiten Anlauf in Kassel ist man für Odenbachs Installation gut aufgestellt: Er wird als erster Videokünstler in die Förderung aufgenommen.

Die Anekdote macht deutlich, wie hartnäckig Marcel Odenbach den Weg des Videos als anerkanntes Kunstmedium gebahnt hat. Mit der Förderentscheidung bekennt sich die Jury des Karl Schmidt-Rottluff Stipendiums darüber hinaus zu ungewöhnlichen Formaten sowie neuen Medien im Sinne eines erweiterten und erweiterbaren Kunstbegriffs. Als er in den er Jahren anfängt, sich stärker mit dem Medium Video auseinanderzusetzen, fasziniert ihn daran vor allem die Unabhängigkeit von kommerziellen Märkten.

Anfangs hat Odenbach noch die Vorstellung, mit Videoproduktionen einen kritischen Kontrapunkt zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu setzen. Programmzettel werden verteilt und Freunde zu den Videovorführungen eingeladen. Die Reichweite liegt bei wenigen hundert Metern. Odenbach kann auch analog: Dienen ihm seine Papierzeichnungen anfangs noch als Entwürfe, entwickeln diese sich parallel zu den Videoarbeiten immer weiter zu einer eigenständigen Ausdrucksform. In seinen Arbeiten rückt er gesellschaftskritische aber auch zeitgeschichtliche Themen in den Mittelpunkt.

So beschäftigt er sich immer wieder mit der deutschen Nachkriegszeit und Kolonialgeschichte. Unvorstellbar, dass sich Genozide noch immer wiederholen. Das Material wird zum Ausgangspunkt vieler weiterer Arbeiten Odenbachs. Odenbach sammelt über Jahre hinweg Material und fährt Anfang mehrfach nach Ruanda, um zu drehen. Am Ende schneidet er aus 29 Stunden Filmmaterial eine halbstündige Doppelprojektion zusammen: In seinen filmischen Projektionen verschwimmen die Grenzen zwischen selbst produziertem und found-footage Material.

Gerade durch die dynamische Verschmelzung von Historischem und Zeitgenössischem, Persönlichem und Öffentlichem zeigt Marcel Odenbach die für ihn einzig mögliche Richtung in der Kunst an: Die Weltliteratur hatte sie bereits mit 15 Jahren verschlungen: Ich hatte mich entschlossen, das zu machen, was mich immer fasziniert hatte, nämlich Texte interpretieren, Literaturwissenschaft zu studieren.

Im Nachhinein hat sich dieses Festhalten an meiner Leidenschaft als glücklich herausgestellt, damals jedoch war ich schon sehr beunruhigt. Barbara Vinken hat sich durchgesetzt: Das versuche ich in einer breiteren Medienöffentlichkeit. Zum anderen möchte ich zeigen, dass in der Literatur des Jahrhunderts unter der Ideologie der Säkularisation ein religiös-theologisches Register liegt, das ich wieder lesbar machen will.

Bekannt ist die Literaturwissenschaftlerin aber vor allem für ein anderes Werk: Nach dem Abitur zieht es Vinken sofort ins Ausland. Während dieser Zeit wird sie auf Vorschlag ihres ehemaligen Gymnasiums zu einem Auswahlgespräch der Studienstiftung eingeladen. Es hört sich an wie ein Klischee, aber ich habe dort wirklich Freunde fürs Leben getroffen. Dieses Suchen nach einem direkten konkreten Anwendungsfeld, das sich in den Geisteswissenschaften nicht so unmittelbar einsichtig finden lässt, führt bei mir oftmals zu einem gewissen Unbehagen.

Meiner Erfahrung nach ermöglicht die Beschäftigung mit Kunst dem Menschen, nicht nur sich selbst und seinen Nächsten von der Ratio her besser zu erkennen, sondern stärkt auch eine uns immer mehr abhanden kommende Fähigkeit, die Welt durch die Sinne zu begreifen, zu erfühlen, um so zu einer wirklich schöpferischen Identität und Individualität zu kommen, zu einem reiferen, allumfassenden Menschsein zu gelangen.

Christiane Heinicke ist einer der ersten Menschen auf dem Mars. Im August beendet die Geophysikerin ihren irdischen Marsaufenthalt Forschungsstation. Als Teil eines internationalen Teams testete sie, wie man unter widrigen Bedingungen auf engstem Raum zusammen lebt und arbeitet.

Ihre Eltern im heimischen Bitterfeld hingegen sind anfangs wenig begeistert von dem Plan: Am Ende aber sind sie doch stolz, dass sich ihre Tochter für die Mission qualifiziert. Doch nicht nur Zahlen interessieren sie: Sie spielt Klavier, tanzt und tritt als Cheerleaderin auf. Ihre Tanzbegeisterung hält bis heute an: Lange-Stiftung ausgezeichnet — die Eintrittskarte für die Aufnahme in die Studienstiftung.

Während ihres Studiums nutzt die Stipendiatin jede Chance, ins Ausland zu reisen: Mittlerweile kann ich alle anhand ihres Akzents auseinander halten. Allen gemeinsam ist jedoch der Arbeitswille, den ich unter meinen Kommilitonen in Deutschland manchmal vermisst habe. Wenn die Messung noch läuft, dann kommt man eben mal erst um elf Uhr abends nach Hause. Sie nimmt an einer Sommerakademie der Studienstiftung in Frankreich teil, im August reist sie weiter nach Spanien und frischt in einem Sprachkurs in Salamanca ihre Spanischkenntnisse auf.

Wenn ich mir meinen Studienwerdegang so anschaue, kommt mir mein Nomadentum ziemlich stressig vor. Damals jedoch ergab sich der nächste Schritt immer logisch aus den aktuellen Gegebenheiten. Sie ist sich sicher: Rückblickend aber, wenn ich unter den gleichen Voraussetzungen nochmal wählen müsste, würde ich alles exakt genauso machen. Für die Promotion kehrt Heinicke zurück nach Ilmenau. Auf dem Weg zum Dr. Ursprünglich will sie deshalb auch an einer Marssimulation in der Arktis teilnehmen.

Die Raumfahrt lässt die Geophysikerin offensichtlich nicht mehr los. Der ständige Blick über den Tellerrand charakterisiert die internationale Karriere von Dorothea Rüland: Anfangs ist es noch die pure Abenteuerlust, die sie ins Ausland zieht. Ihr Berufsweg ist von einem steten Wechsel zwischen In- und Ausland sowie zwischen Hochschultätigkeit und Wissenschaftsmanagement geprägt.

Die Zeit in Freiburg erlebt die Studentin als prägend: Nach den beiden Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Germanistik und Geschichte entscheidet sie sich für eine akademische Laufbahn und beginnt mit der Promotion. Mir hat es die Freiheit gegeben, meine Promotion frei von finanziellen Zwängen zu gestalten und mich meiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. Heute hat Dorothea Rüland mit diesem Thema nur noch mittelbar zu tun: Denn Zweifel sind die kreativsten Momente.

Warum es die Stipendiatin noch während der Promotion ins Ausland zieht, begründet sie in einem Interview: Es hat mich immer wieder fasziniert im Ausland zu leben, man lernt in dieser Zeit in doppelter Hinsicht, einmal natürlich viel über das andere Land, aber gleichzeitig auch viel über sich selbst, weil eine andere Kultur dazu zwingt, vieles zu hinterfragen, was sonst als selbstverständlich wahrgenommen wird.

Haben Sie den Mut, auch mal Risiken einzugehen, ungewöhnliche Fragen zu stellen und nicht nur wissenschaftliche Trampelpfade zu betreten. Nicht nur, dass sie in der Vergangenheit immer wieder jene wissenschaftlichen Trampelpfade verlassen hat, sondern es ist ihr auch gelungen, als vierfache Mutter Familie und Karriere zu vereinbaren: Doch waren für mich meine Jahre in Asien ein Glücksfall: Gut zehn Jahre lebt sie mit ihrer Familie in Asien: Doch zieht es die Akademikerin noch einmal in die Hochschullandschaft: In dieser kurzen Zeit gelingt es ihr, die internationale Sichtbarkeit der Freien Universität zu steigern und zu intensivieren.

Ratschläge, die der als Komiker und Autor bekannte Mediziner selbst auf seinem beruflichen Werdegang beherzigt hat— und das mit Erfolg. Hirschhausen studiert von bis in Berlin, Heidelberg und London Medizin.

Highlights während des Studiums sind für ihn die Sommerakademien der Studienstiftung. Die Impulse jener Sommerakademie wirken nach und der Medizinstudent verfasst einen ersten Fachartikel für eine Lokalzeitung. Noch kann er sich das Schreiben nur als Nebenberuf vorstellen: Parallel dazu arbeitet er weiter als Wissenschaftsjournalist.

Er kritisiert, dass die meisten Zeitungen die Wissenschaft auf eine spezielle Seite oder Beilage reduzieren, als ob sie nicht integraler Bestandteil der Gesellschaft und von politischer Konsequenz wäre.

Heute blickt Hirschhausen mit Dank auf seine Zeit als Stipendiat: Hirschhausen gelingt es, beide Studiengänge zusammenzubringen und die Gratwanderung zwischen differenzierter Wissensvermittlung und Reichweite zu meistern. Er ist Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor, erreicht über Artikel, Fernsehen und Liveauftritte Millionen von Zuschauern und damit auch Bevölkerungsschichten, die sich nicht automatisch für Gesundheitsthemen interessiert hätten.

Es wird für viele Volkskrankheiten nie eine Pille geben, die besser ist als ein bewusster Lebensstil. Die Interventionen von Kinderstationen bis zur Palliativmedizin werden wissenschaftlich begleitet. Der Studienstiftung bleibt er bis heute verbunden: Die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung ruft er dazu auf, ihr theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen und sich einzubringen: Als Philipp Justus im Jahr von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group zu eBay wechselt, steckt das gegründete Unternehmen noch in den Kinderschuhen und hat erst ein Jahr zuvor nach Deutschland expandiert.

Der Wunsch, unternehmerisch tätig zu werden und ein Unternehmen mit aufzubauen, überwog aber die Zweifel. Justus ist damit der erste Europäer, der im Stammhaus die Verantwortung für das Amerika-Geschäft übernimmt. Drei Jahre später zieht es den Topmanager zurück nach Deutschland:

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